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Atommülltransporte

Strahlenrisiko ausräumen

Düsseldorf (ADN).

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat vor der nächsten Runde zur Atompolitik die Bundesregierung aufgefordert, in die Gespräche mit den Energiekonzernen die Sicherheit der umstrittenen Castor-Transporte mit einzubeziehen. GdP-Vorsitzender Norbert Spinrath sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ADN in Düsseldorf: "Bevor nicht das ‚letzte Strahlenrisiko' für die Atommüllzüge ausgeräumt worden sei, könne die Polizeigewerkschaft die Begleitung der Transporte durch tausende Polizisten aus ‚Gesundheitsgründen' nicht gutheißen. Die Bonner Koalition stehe hier besonders in der Pflicht, weil sich vor allem die Grünen in der Vergangenheit stets für einen ‚risikolosen Ausstieg' eingesetzt hatten."

Der GdP-Chef erinnerte daran, daß die Bundesregierung nach den festgestellten höheren Strahlungswerten alle weiteren Atom-Transporte gestoppt habe. In der Vergangenheit wurden im Nahbereich von Castor-Transport-Behältern wiederholt unzulässig hohe Strahlenwerte gemessen. Zu einem Ausstiegsplan gehörten auch Sicherheitsfragen, betonte Spinrath. Dies sei besonders wichtig, weil er befürchte, daß die Anzahl der Züge mit den ausgedienten Brennelementen quer durch Deutschland in den nächsten Jahren ‚deutlich' zunehmen werde.

Spinrath warnte zugleich vor einer Überlastung der Polizei. "Auf Dauer ist der bisherige Zeitaufwand der Beamten für solche Großeinsätze nicht durchzuhalten," sagte er. Diese Stunden fehlten beispielsweise bei der Kriminalitätsbekämpfung und für den Dienst am Bürger. "Es muß also von der neuen Bundesregierung auch entschieden werden, wie man künftig mit der Sicherheit der Menschen umgeht," fügte der GdP-Chef hinzu.