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Auslandseinsatz

Mögliche Gefährdung durch Urankern-Munition verunsichert auch deutsche Polizei auf dem Balkan

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat Bundesinnenminister Schily aufgefordert, die Gefährdung durch Urankern-Munition auch für die im Balkan eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten zu untersuchen. GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg: "Die Nachrichten von Leukämie-Fällen in den internationalen Streit-kräften, die mit Kontaminationen durch radioaktive Munition in Verbindung gebracht werden, haben auch die deutsche Polizei alarmiert. Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Friedensmissionen auf dem Balkan, die Seite an Seite mit den Soldaten arbeiten, fragen sich zu Recht, ob und wie sie durch die verschossene Urankern-Munition gefährdet sind. Bislang hat sich der Bundesinnenminister dazu noch nicht geäußert."

Die GdP will vor allem wissen, ob auch bei bisher in den Krisengebieten eingesetzten Polizeikräften Leukämiefälle aufgetreten sind und welche gesundheitsfürsorgerischen Maßnahmen der Bundesinnenminister für die Polizeibeamten im Auslandseinsatz plant. 1994 hat die Bundesrepublik Deutschland 30 Polizeibeamtinnen und -beamte des Bundes und der Länder erstmals in Mostar eingesetzt. Seitdem hat sich die Zahl der deutschen Beamtinnen und Beamten im Balkan-Einsatz auf 600 erhöht.

Bis zum Jahr 2003 sollen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union 5000 Polizeibeamte für Kriseneinsätze zur Verfügung stellen. Das hat auch für Deutschland eine erhebliche Aufstockung des Personal-Kontingents zur Folge. Freiberg: "Wenn die Unsicherheit über eine mögliche Strahlengefährdung durch die verwendete Munition nicht restlos ausgeräumt wird, kann dieses Ziel kaum erreicht werden. Der Polizeieinsatz in den Friedensmissionen auf dem Balkan geschieht auf freiwilliger Basis."