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Immer mehr tatverdächtige Kinder

Weniger Verbrechen in 1997

Hilden.

Leicht gesunken ist mit rund 6,58 Millionen nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Gesamtzahl der begangenen Straftaten im vergangenen Jahr. Das bedeutet ein Rückgang um 0,9 vH. Gleichzeitig konnte die Polizei über die Hälfte der Verbrechen nämlich über 3,33 Millionen aufklären.

GdP-Vorsitzender Hermann Lutz: "Zwar ist die Gesamtzahl der Straftaten immer noch besorgniserregend hoch, jedoch hoffen wir, daß die Entwicklung zunächst gebremst ist. Die nochmalige Steigerung der Aufklärungsquote um 1,6 v.H. auf über 50 v.H. ist ein eindeutiger Erfolg der Polizei." Alarmierend sind dagegen nach den Worten des GdP-Vorsitzenden die Entwicklungen in der Rauschgift-, Kinder- und Gewaltkriminalität.

Nach den bisher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) vorliegenden Informationen ist die Zahl der Drogen-Erstkonsumenten ebenso sprunghaft gestiegen, wie die Zahl der tatverdächtigen Kinder und der Gewaltdelikte, ein Rückgang sei dagegen bei Diebstahl zu verzeichnen. "Bei den erstmals auffälligen Drogenkonsumenten ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von rund 20 v.H. auf fast 20600 Personen zu verzeichnen, die Gewaltkriminalität auf über 186000 Fälle (+ 3,7 v.H.) angestiegen. Angesichts dieser Entwicklungen ist es ein Skandal, daß immer weniger Mittel für dringend benötigte Streetworker, Therapieplätze, Sozialarbeiter, Kinder- und Jugendbetreuung sowie Eltern- und Familienberatung bereit gestellt werden", sagte Lutz.

Ebenso unverantwortlich sei es, wenn die Personaldecke bei Lehrern, Justiz und Polizei weiter ausgedünnt werde. "Es muß damit Schluß sein, an allen Ecken und Kanten des Öffentlichen Dienstes zu sparen", drängte der Gewerkschaftsvorsitzende, "sonst sehe ich schwarz für die Zukunft." Ganz im Gegenteil, so die Forderung der Gewerkschaft der Polizei, brauche man endlich mehr Dienststellen und Kommissariate, die sich ausschließlich mit Jugendstrafsachen und Jugendschutz befaßten.

Um ein verbessertes Kriminalitätslagebild Deutschlands zu erreichen, regte Hermann Lutz an, über die bloße Erfassung von Straftaten hinaus, Ergebnisse von Dunkelfeldforschungen in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) einzubeziehen, deren Veröffentlichung durch das Bundesinnenministerium für das Jahr 1997 noch ausstehe.