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Mord aus Angst um Führerschein unfassbar

Verkehrskontrolle ist keine 'Wegelagerei'

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet eine weitere Zunahme aggressiven Verhaltens im Straßenverkehr. Nachdem ein Polizist bei einer Radarkontrolle an der A4 in Bad Hersfeld von einem Mann erschossen wurde, seien die Gefahren, der Polizisten und Polizistinnen während des Dienstes ausgesetzt sind, nicht mehr kalkulierbar.

Norbert Spinrath, Bundesvorsitzender der GdP: "Als ich hörte, dass der Täter einen Polizisten nur aus Angst um den eigenen Führerschein erschoss, empfand ich gleichermaßen Abscheu als auch Wut." Im Straßenverkehr nehme die Bereitschaft zu, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Gleichfalls sei in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, die Polizei schikaniere die Verkehrsteilnehmer mit unverhältnismäßigen Kontrollen. "Radar- und Verkehrskontrollen werden von vielen als moderne Form der ‚Wegelagerei' und ‚Abzockerei' betrachtet." Geschwindigkeitskontrollen würden als ‚Radarfallen' bezeichnet und in manchen Medien sogar davor gewarnt.

Spinrath: "Die Polizei führt im Rahmen ihres Auftrages der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung Verkehrskontrollen durch. Sie kontrolliert, ob allgemein gültige Regeln eingehalten werden und bestraft die, die sich nicht darum scheren und damit ernste Verletzungen oder sogar den Tod anderer in Kauf nehmen. Dieses wichtige und notwendige polizeiliche Instrument zur Überwachung und Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung als ‚fast kriminelles Vorgehen' zu diffamieren, halte ich für bedenklich und äußerst gefährlich. Offene Warnungen vor Radarkontrollen in Rundfunksendern sind eine klare Aufforderung an die Straßenverkehrsteilnehmer, die ‚böse' Polizei auszutricksen." Der Straßenverkehr sei kein Kindergarten, in dem die Fahrer mit der Polizei Räuber und Gendarm spielen dürften, so Spinrath in Hilden.