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Mehr Augenmaß bitte..

Polizeiarbeit ist zur Zeit wieder sehr gefragt. Doch während unsere Kolleginnen und Kollegen versuchen den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, scheint ein politischer Ideenwettbewerb für die Innere Sicherheit ausgerufen zu sein. Die Stille in den letzten Jahren dazu oder die ausschließlice Ausrichtung nach Kennzeichnungspflicht oder Polizeibeauftragten wird nun ersetzt durch reflexartige Forderungen. Als gilt es etwas […]

imagePolizeiarbeit ist zur Zeit wieder sehr gefragt. Doch während unsere Kolleginnen und Kollegen versuchen den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, scheint ein politischer Ideenwettbewerb für die Innere Sicherheit ausgerufen zu sein. Die Stille in den letzten Jahren dazu oder die ausschließlice Ausrichtung nach Kennzeichnungspflicht oder Polizeibeauftragten wird nun ersetzt durch reflexartige Forderungen. Als gilt es etwas aufzuholen oder ein „schlechtes“ Gewissen zu beruhigen. Hier ist der erste Appell nach mehr Augenmaß angesagt. Nahezu jeder Schülerlotse scheint sich berufen, Polizeiarbeit zu bewerten. Vorschnelle Schlussfolgerungen werden unabhängig vom Stand der Ermittlungen gezogen. Diese Methodik bedient die „gefühlten Wahrheiten“ von jenen die sich etablieren wollen. Durch die sozialen Netzwerke werden diese unreflektiert verbreitet. Hier erfolgt der zweite Appell nach Augenmaß. Sonst entsteht noch Angst und Furcht über die Lage. Der Freitag Abend von München liefert dafür zahlreiche Belege und nicht nur politisch motivierte. Der Grad der Angemessenheit hat zwei gegensätzliche Aspekte : die persönliche Betroffenheit und die politische Absicht. Der bewegenden Bericht eines Hinterbliebenen eines Opfers vom 13. November in Paris beschreibt unter der Überschrift: „Meinen Hass bekommt ihr nicht „, eine bemerkenswerte Haltung.

Die Bundeskanzlerin darf seit der Bundespressekonferenz am Donnerstag mit den Worten zitiert werden: „Wir sind in einem Kampf oder meinetwegen auch in einem Krieg gegen den (sogenannten) IS.“ Um dies Zitat einordnen zu können , ist es gut sich zu erinnern, wie schwer es der Kanzlerin fiel , beim Einsatz der Bundeswehr und in diesem Zusammenhang die polizeiliche Beratung in Afghanistan von „Krieg“ zu sprechen. Eine Pressekonferenz vor der Hauptstadtpresse ist kein Forum im Internet, wie dieses, in dem meist anonym die Meinung geäußert wird. Die gegenwärtige Situation erfordert ein hohes Maß an Sorgfaltspflicht im Umgang mit Fakten und in der Wahl der Worte. Die Innere Sicherheit in Deutschland hat Optimierungsbedarf. Die Herausforderungen verlangen nach Antworten. Aber niemals darf bei einer Auswertung, Schlußfolgerung, Lösungen oder der Wortwahl das Augenmaß verloren gehen.

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