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GdP setzt sich durch

Neue Polizeimunition

Hilden.

Mit ihrer Forderung nach neuer Polizeimunition hat sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) durchgesetzt. Nachdem mehrere einzelne Bundesländer in den vergangenen Tagen bereits ihre Zustimmung zum Ersatz der bisherigen Vollmantelmunition durch sogenannte Deformationsgeschosse signalisiert hatten, ist nach Meinung der GdP die heutige Forderung des rheinland-pfälzischen Innenminsters Walter Zuber als Sprecher aller SPD-geführten Länder, generell bei der Polizei in Deutschland Deformationsmunition als neue Polizeimunition einzuführen, als Durchbruch zu werten.

Der GdP-Vorsitzende Norbert Spinrath: "Ich setze darauf, daß der formale Beschluß der Innenministerkonferenz auf der bevorstehenden Tagung Anfang Juni fallen wird". Über zwanzig Jahre lang, so Spinrath, habe es dann gedauert, bis sich die politische Ebene dem fachlichen Rat von Polizei und GdP angeschlossen habe. Jüngster Anlaß für die wiederholte Initiative der GdP war der Münchener Fall von Ende November 1998 gewesen, als eine junge Polizeibeamtin auf einen Angreifer geschossen und dabei unbeabsichtigt noch eine zweite Person tödlich verletzt hatte.

Der GdP-Vorsitzende Norbert Spinrath wies auch unter Berücksichtigung der jüngsten Fälle, bei denen sich Polizeibeamte mit der Waffe zur Wehr setzen mußten, auf die unverzichtbare, ausreichende Sofortwirkung zum Schutz der Polizistinnen und Polizisten hin. Darüberhinaus sei zu bedenken, daß diese neue Munition weit weniger Umfeld und damit Unbeteiligte gefährde. Spinrath: "Das jahrelang vorgebrachte Argument, wonach Deformationsmunition zu größeren Wunden führt als Vollmantelmunition, unterschlägt die Tatsache, daß häufig mit Vollmantelmunition mehrfach geschossen werden mußte, um die Angriffsunfähigkeit zu erzielen."