Zum Inhalt wechseln

Tarif-/Besoldungsrunde: Dreistes „Angebot“ der Arbeitgeber

Potsdam/Berlin. „Das ist Keller“, kommentierte der Verhandlungsführer der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, Frank Bsirske, das am Dienstagnachmittag von den Arbeitgebern des Bundes und der Kommunen vorgelegte Angebot. Es sieht im Wesentlichen eine Erhöhung der Entgelte um 1 v.H. ab 1. Juni 2016 und ab 1. Juni 2017 um 2 v.H. vor. Kerstin Philipp, im Geschäftsführenden […]

Tarifrunde_Maas Bsirske

Stv. GdP-Bezirksvorsitzender Rüdiger Maas mit ver.di-Chef Frank Bsirske und GdP-Kollegen am Montag in Potsdam.

Potsdam/Berlin. „Das ist Keller“, kommentierte der Verhandlungsführer der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, Frank Bsirske, das am Dienstagnachmittag von den Arbeitgebern des Bundes und der Kommunen vorgelegte Angebot. Es sieht im Wesentlichen eine Erhöhung der Entgelte um 1 v.H. ab 1. Juni 2016 und ab 1. Juni 2017 um 2 v.H. vor. Kerstin Philipp, im Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand zuständig für Tarifpolitik: „Dieses Angebot ist absolut nicht hinnehmbar angesichts der Leistungen, die die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes insbesondere auch im Bereich der inneren Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger erbringen. Das wird unsere Kolleginnen und Kollegen auf die Palme bringen.“

Das vorgelegte Angebot sei damit eines der niedrigsten, das die öffentlichen Arbeitgeber in einer Tarifrunde unterbreitet hätten und bleibe weit unter den Angeboten in der freien Wirtschaft. GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow: „Das Angebot der Arbeitgeber ist eine Ohrfeige für alle Beschäftigten. Es ist schockierend und dreist. Während die öffentlichen Kassen von Steuereinnahmen nahezu überquellen und allein im nächsten Jahr mit einer massiven Steigerung der Steuereinnahmen bei Bund und Kommunen gerechnet wird, wollen die Arbeitgeber den Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst einen faktischen Reallohnverlust zumuten.“

Hier das Angebot, das die Arbeitgeber von Bund und Ländern haben am Nachmittag des zweiten Verhandlungstages am 12. April 2016 vorlegten:

# Entgelterhöhung: ab 01.06.2016 1 Prozent, ab 01.06.2017 2 Prozent

# Auszubildende: ab 01.06.2016 1 Prozent, ab 01.06.2017 2 Prozent

# Altersteilzeit: Verlängerung TV FlexAZ (Tarifvertrag zu flexiblen Arbeitszeitregelungen für ältere
Beschäftigte) um zwei Jahre.

# Außerdem:
1. Zusatzversorgung: Übernahme der TdLRegelung aus 2015
2. Einführung der Stufe 6 in der EG 9a EGO Bund

# Laufzeit bis 28. Februar 2018

„Dieses Angebot wird von den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes als Provokation betrachtet und führt damit zwangsläufig zu einer Mobilisierung der Kolleginnen und Kollegen bei den anstehenden Aktionen und Warnstreiks“, so Kerstin Philipp, stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP und für Tarifpolitik zuständig. „Wertschätzung für gute Leistung sieht anders aus!“

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben Aktionen und Warnstreiks angekündigt. Kerstin Philipp: „Bis zum Beginn der 3. Runde Ende dieses Monats werden wir den Arbeitgebern einheizen. Das Angebot ist eine Provokation.“ Am 28./29. April findet die nächste Verhandlungsrunde statt.

Über Warnstreiks und Demos werden wir Euch zeitnah informieren. Schon heute möchten wir Euch aber motivieren: Seid dabei und macht mit! Nur so können wir gemeinsam etwas erreichen!
pdf Artikel für den Aushang

FacebookGoogle+TwitterEmail...