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Heinz Kiefer für die Zeitschrift 'Technik erleben - Roller Magazin'

Atemalkoholmessung bringt Vorteile

Mit der Einführung der Atemalkoholmessung zum 1. Mai 1998 fand die 24 Jahre dauernde Entwicklungsarbeit an Messgeräten, mit denen der Genuss alkoholischer Getränke gerichtsfest belegt werden kann, ein gutes Ende.

Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei bringt die Atemalkoholmessung mehrere begrüßenswerte Vorteile mit sich:
In den meisten Fällen kann der erhebliche körperliche Eingriff der Blutprobenentnahme bei unter Verdacht stehenden Fahrern entfallen. Neben der Einsparung der anfallenden Kosten für den Entnahmearzt und die Analyse der Blutprobe, kann dem Fahrer das Ergebnis der Messung unmittelbar an Ort und Stelle mitgeteilt werden. Es vergehen nicht Tage der Ungewissheit über den möglichen Entzug der Fahrerlaubnis. Die Polizei selbst kann durch die effizientere Bearbeitung die Kontrolldichte deutlich erhöhen.

Das die Atemalkoholmessung in Verbindung mit der Absenkung der bußgeldbewährten Fahrt von 0,8 auf 0,5 Promille Wirkung zeigt, belegen die jüngst ermittelten Zahlen der sogenannten folgenlosen Trunkenheitsfahrten. Der Trend geht deutlich zurück (-13% bei Unfällen mit mindestens einem Beteiligten unter Alkoholeinfluss - schon nach einem Jahr). Ein Plus an Sicherheit im Straßenverkehr ist festzustellen.

Allerdings: kürzlich bekannt gewordene Messungenauigkeiten verunsicherten Fahrer, Polizei und Gerichte. Die Techniker der Herstellerfirmen sind daher aufgefordert, jegliche Zweifel an der Korrektheit der gemessenen Atemalkoholwerte auszuräumen.

Hinsichtlich der gesteigerten Effizienz polizeilicher Verkehrskontrollen, der geringeren Belastung verdächtiger Verkehrsteilnehmer, der gerichtsfesten Beweisführung und des generellen Zugewinns an Sicherheit im Straßenverkehr halte ich die Technik der direkten Atemalkoholmessung für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.