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GdP-Bundeskongress in Berlin:

GdP fordert schärfere Instrumente für den Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Berlin.

Mit großer Mehrheit haben sich die rund 250 Delegierten des 23. Ordentlichen Bundeskongresses der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin für schärfere Instrumente für den Kampf gegen den Menschenhandel und die Zwangsprostitution ausgesprochen. Konrad Freiberg, GdP-Bundesvorsitzender: „Menschenhandel ist ein gravierender Verstoß gegen die Menschenrechte. Seine Opfer, insbesondere Frauen, die zum Zweck sexueller Ausbeutung gehandelt werden, sind physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. In unserem Land wird ein riesiger Sklavenmarkt toleriert. Auf diesem Markt kaufen nicht nur Prominente, sondern auch Millionen so genannte normale Männer ihre Ware.“

Zu einer wirksameren Strafverfolgung müsse, so forderten die Delegierten, die 2004 verabschiedete EU-Richtlinie zum Aufenthalt von Nicht-EU-Bürgern, die Opfer des organisierten Menschenhandels geworden sind, in nationales Recht umgesetzt werden. Opfern, die mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten und wichtige Informationen über die Drahtzieher weitergeben würden, könnten dann Aufenthaltsgenehmigungen und Existenz sichernde Unterstützungen angeboten werden.

Weiterhin notwendig sei die Einführung der Kronzeugenregelung für Opferzeugen und ein finanziell abgesichertes, bundesweites Netz von Fachberatungsstellen. Häufig seien die durch brutale Gewalt und psychischen Druck zur Prostitution gezwungenen Frauen traumatisiert und brauchten psycho-soziale Betreuung.

Durch die Einrichtung von personell gut ausgestatteten Schwerpunktdezernaten in den Ländern und einer verstärkten Zusammenarbeit mit Bundeskriminalamt, Bundespolizei und dem Zoll soll überdies hinaus der Verfolgungsdruck auf die Täter weiter erhöht werden.

Der 23. Ordentliche Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei in Berlin dauert noch bis zum 16. November 2006 an.