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Statt genetischem Fingerabdruck für alle Männer

GdP: Rückwirkende Erfassung verurteilter Sexualstraftäter zügig vorantreiben

Hilden.

Auch eine generelle Erfassung von genetischen Informationen aller männlichen Einwohner Deutschlands würde nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) potentielle Triebtäter nicht von Straftaten abhalten. Demgegenüber würde die zwangsweise Erhebung solcher Daten für eine Gendatei gegen die Verfassung verstoßen.

Konrad Freiberg, GdP-Bundesvorsitzender: "Es wäre hilfreicher, wenn die Polizeien der Länder finanziell und personell in die Lage versetzt würden, möglichst schnell die rückwirkende Erfassung bereits einschlägig vorbestrafter Täter vorzunehmen. Seit 1997 erlaubt der Gesetzgeber die Registrierung von genetischen Informationen rechtskräftig Verurteilter. Bis heute sind längst nicht alle rechtlich zulässigen Erfassungen vorgenommen worden. Da Sexualstraftäter nicht selten rückfällig werden, würde ein Abgleich mit bereits bestehenden Daten die Strafverfolgung erleichtern und zukünftige Straftaten verhindern helfen."

Es sei verständlich, so Freiberg, dass ein derart abscheuliches Verbrechen, wie es an der kleinen Ulrike begangen worden ist, immer die verzweifelte Frage aufwirft, wie so etwas zukünftig verhindert werden kann. Freiberg: "Eine generelle Registrierung, die jeden Mann zu einem potentiellen Täter macht, kann zwar eine spätere Strafverfolgung eventuell erleichtern, aber nicht die Tat verhindern. Man darf auch nicht verkennen, dass die Polizei bisher schon nahezu jedes Kapitalverbrechen aufklärt und den Täter den Richtern überstellt."