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GdP zur DNA-Analyse:

Wegen Personalmangels laufen zu viele Verbrecher frei herum

Berlin.

„Mit der DNA-Analysedatei könnten weitaus mehr Verbrechen aufgeklärt werden, als Bundesinnenminister Otto Schily in einer ersten Leistungsbilanz stolz verkündet, wenn der Polizei endlich mehr Personal zur Verbrechensbekämpfung zur Verfügung gestellt würde. Hier sind die Innenminister der Länder in der Verantwortung“, kritisiert der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg.

Trotz der beeindruckenden Aufklärungsarbeit anhand der 1998 eingerichteten Analysedatei, sei bisher nur ein Bruchteil der zur Verfügung stehenden Daten erfasst, so die GdP. Freiberg: „Insbesondere die retrograde, also rückwirkende Erfassung von Daten, zum Beispiel von verurteilten Straftätern, kommt aufgrund des Personalmangels nicht in der wünschenswerten Schnelligkeit voran. Es ist ein Skandal, wenn Fälle unaufgeklärt sind und Täter frei herumlaufen, weil der Polizei zwar die Technik, aber nicht genügend Personal zur Verfügung steht.“

Die vom Bundesinnenminister vorgestellten Ergebnisse könnten nicht darüber hinwegtäuschen, so Freiberg, dass die derzeitige Sicherheitslage Defizite in der normalen Verbrechensbekämpfung verursachen werde. Freiberg: „Die politisch Verantwortlichen machen es sich zu einfach, wenn sie jetzt eine Ausweitung des zu erfassenden Personenkreises fordern und rechtliche Hürden zu einer umfassenderen Speicherung von DNA-Identifizierungsmustern abbauen wollen. Sie müssen der Bevölkerung auch erklären, woher das Personal für diese Arbeit kommen soll.“