Zum Inhalt wechseln

GdP-Protestfahrt gegen die Besoldungsabkoppelung startet

Freiberg: Schily-Entwurf bringt Fass zum Überlaufen

Hilden/Schwerin.

"Die geplante Abkoppelung der Polizeibeamtinnen und -beamten von der Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst ist der Tropfen, der für uns das Fass zum Überlaufen bringt."

Mit diesen Worten gibt der amtierende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, den Startschuss für die am heutigen Donnerstag in Schwerin beginnende Protestfahrt der Gewerkschaft der Polizei durch das gesamte Bundesgebiet. Ihren Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt wird die GdP-Protestfahrt am Freitag, 10. November, vor dem Brandenburger Tor finden.

Konrad Freiberg: "Bundesinnenminister Schily scheint die schlechte Stimmungslage unter den Polizistinnen und Polizisten bewusst zu ignorieren." Er übersehe wohl, dass immer weniger Beamte immer mehr Aufgaben mit unzureichender Ausstattung erledigten. Zudem steige das Risiko im Dienst verletzt oder sogar getötet zu werden. "Wir sind uns im Klaren darüber, dass der Beruf des Polizeibeamten immer Gefahr für Leib und Leben birgt, unabhängig von der Qualität der Ausbildung und Ausstattung. Für dieses Risiko müssen die Beamtinnen und Beamten entsprechend bezahlt und insbesondere auch ihre Familien wirtschaftlich ausreichend abgesichert werden", so der amtierende GdP-Vorsitzende.

"Wir werden in den nächsten Tagen in den Landeshauptstädten gegen den Regierungsentwurf zur Besoldungsanpassung 2000 protestieren. Wir werden Schily zeigen, dass wir es nicht hinnehmen werden, von der Regierung in Gutsherrenart von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt zu werden", sagte Freiberg. Er wundere sich sehr, sagte Freiberg, wie rabiat Schily die Rolle des Gesetzgebers auslege und sich eine öffentliche Einflussnahme auf seine Besoldungsabkoppelung verbitte.

Gerade weil die Polizei ein hohes Maß an Vertrauen und Anerkennung bei den Bürgerinnen und Bürgern genieße, rechne die Polizei mit einer breiten Unterstützung ihrer Forderung. Polizistinnen und Polizisten seien sich ihrer Verantwortung gegenüber Staat und Bürgern bewusst, Schily seiner gegenüber den Polizeibeamtinnen und -beamten offensichtlich nicht.