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GdP fordert höhere Strafen für Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte

Als eine Gefährdung des Rechtsstaates hat der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und –beamte bezeichnet.

Am Rande einer Trauerfeier für den am 28. Juli während eines Einsatzes heimtückisch ermordeten 40jährigen Polizeikommissar Gerd Höllige am heutigen Freitag in Bonn-Bad Godesbberg sagte Freiberg: „Die heute bekannt gewordene Zahl von 120 Angriffen auf Polizeibeamte während des vergangenen Monats und 900 verletzte Polizeibeamte in knapp einem Jahr allein in Berlin ist alarmierend.“
Die Vorstufe zu tätlichen Angriffen auf Polizeibeamte, so Freiberg seien Beleidigungen, Bedrohungen bis hin in die Familien der Polizisten und eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber ihrer Amtsausübung. „Seit geraumer Zeit berichten Kolleginnen und Kollegen vor allem in den Großstädten immer häufiger von solchen Verhaltensweisen. Über unsere internationalen Kontakte wissen wir, dass sich diese Entwicklung auch in den Nachbarländern abzeichnet.“
Der GdP-Vorsitzende appellierte an die Gerichte, im Strafmaß bei Beleidigungen, Widerstandshandlungen oder tätlichen Angriffen auf Polizisten deutliche Zeichen zu setzen, damit nicht der Eindruck entstünde, Gewalt gegen Polizeibeamte sei ein Kavaliersdelikt. „Polizeibeamte sind in ihrer Dienstausübung stellvertretend für den Staat, für die Gesellschaft und damit für uns alle tätig. Angriffe auf Polizisten sind Angriffe auf uns alle“, sagte Freiberg.
Die Gewerkschaft der Polizei hatte am Freitag zu einem Trauermarsch aufgerufen, an dem sich einige tausend Polizeibeamte und Bürger beteiligten. Seit 1945 sind 384 Polizisten durch Verbrecherhand getötet worden.