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Schul-Drama in Coburg

Freiberg: Fehlende Kontrollen von Waffenbesitzern gefährden Leib und Leben der Bürger

Berlin.

„Es ist fatal, dass die im neuen Waffenrecht festgeschriebene sichere Unterbringung von privaten Schusswaffen wegen fehlenden Personals bei den Waffenbehörden nicht kontrolliert werden kann. Der seit Jahren andauernde Personalkahlschlag der Länder wirkt sich zunehmend negativ auf die Sicherheit der Bevölkerung aus“, sagte Konrad Freiberg, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) angesichts des tragischen Vorfalls an einer Coburger Schule . Ein 16-jähriger Schüler hatte mit einer Schusswaffe eine Lehrerin verletzt und sich dann selbst erschossen. Es reiche nicht aus, ständig neue Gesetze zu entwerfen, solange die klaffende Lücke zwischen zunehmender Aufgabenbelastung bei Polizei und Verwaltung und tatsächlich vorhandenen Personalressourcen nicht geschlossen werde.

Die Länder, so Freiberg, nähmen dieses Vollzugsdefizit billigend in Kauf, in der Hoffnung, alle Besitzer legaler Schusswaffen würden sich streng an die jüngst verschärften Sicherheitsvorschriften halten. Der GdP-Vorsitzende: „Das ist nicht nur blauäugig, sondern gefährdet konkret das Leben Unbeteiligter.“ Der unbefugte Zugang zu privaten Schusswaffen und Munition, so schränkte Freiberg ein, sei aber selbst bei unangemeldeten Kontrollen durch die Waffenbehörden nicht vollständig auszuschließen. „Waffenbesitzer müssen sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sein. Es reicht nicht aus, die Waffen sicher wegzuschließen, aber den Schlüssel für andere zugänglich zu lassen.“ Ebenso sei die Pistole unter dem Kopfkissen keineswegs nur ein Krimigag, sondern eine nicht seltene Marotte von Waffenbesitzern. Freiberg: „Diesen Leuten muss die Waffenerlaubnis entzogen werden.“