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GdP-Urgestein:

Horst Geier feierte 80. Geburtstag

Horst Geier mit Konrad Freiberg

Begleitet von alten Weggefährten feierte Horst Geier in den Räumen der Geschäftsstelle der Berliner GdP seinen Geburtstag.

Viele Kapitel deutscher Polizei-, Gewerkschafts- und Nachkriegsgeschichte hat Horst Geier nicht nur erlebt, sondern auch mitgeschrieben.

 



Horst Geier (2. v. l.) im Kreise einiger Gratulanten: Eberhard Schönberg, Vorsitzender des Berliner Landesbezirks, Günter Brosius, Ehrenvorsitzender des Landesbezirks Berlin, und Konrad Freiberg, Bundesvorsitzender der GdP.
Nach Schule, Berufsausbildung, Kriegseinsatz und Gefangenschaft begann Horst Geier 1949 bei der Polizei und ging seine ersten Schritte als Streifenpolizist im Wedding. Dem Berliner Arbeiterviertel blieb er nicht nur sein Berufsleben lang treu: Die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen in seinem Kiez waren die Grunderfahrungen für sein gewerkschaftliches Engagement, seine „Pflicht“, wie er heute sagt.

In der Gewerkschaft der Polizei vertrat er die Interessen der Kolleginnen und Kollegen auf allen Ebenen des Personalrates, gründete die JUNGE GRUPPE, erkämpfte ihre Förderungswürdigkeit beim Bundesminister für Familie, Jugend und Sport und wurde ihr erster Bundesjugendvorsitzender. Er hatte nicht nur ein Herz für die Jungen Leute,
 
sondern wusste auch, was ihnen Spaß macht: Schon vor rund 40 Jahren veranstaltete er mit der GdP einen „Beat-Abend“, bei dem sich entgegen vielen Befürchtungen über 4000 Jugendliche friedlich vergnügten.

Eberhard Schönberg, Landesvorsitzender der GdP in Berlin, fasste das Wirken Horst Geiers zusammen: „Horst, du gehörst zu der Generation, die nach den schrecklichen Erfahrungen des Krieges und der Diktatur die Demokratie in Deutschland aktiv aufgebaut hat. Dir und vielen anderen haben wir die heute oft als Selbstverständlichkeit empfundenen Rechte zu verdanken.“
 


Das "Geburtagskind" Horst Geier im Gespräch mit dem GdP-Vorsitzenden Konrad Freiberg.

Fotos (2): Rüdiger Holecek
28 Jahre lang war Horst Geier Mitglied im Geschäftsführenden Landesbezirksvorstand Berlin und über 20 Jahre Mitglied im Bundesvorstand, davon 14 Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender.

Seine Verbundenheit zur Gewerkschaftsbewegung wurde nur durch seine Liebe zu seiner Stadt übertroffen. In über 20 Jahren organisierte er 657 „Berlin-Seminare“ zeigte über 23.000 Berlin-Besuchern „sein Berlin“ und überzeugte sie davon, Berlin in den schweren Jahren der Teilung nicht verloren zu geben. Dafür wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Als Polizeibeamter erlebte er die interessantesten politischen Ereignisse in vielen, auch gefährlichen
 
Einsätzen hautnah mit. Als am 2. Juni 1967 bei einer Anti-Schah-Demonstration der Student Benno Ohnesorg von dem Berliner Polizisten Heinz Kurras durch einen Pistolenschuss tödlich verletzt wurde, war Horst Geier Augenzeuge. Der Tod Benno Ohnesorgs war der Auftakt zu den schwersten Studentenunruhen der Nachkriegsgeschichte und die Geburtsstunde der „68er“.

Heute lebt Horst Geier nach einer gut überstandenen schweren Krankheit bei seinen Kindern im niedersächsischen Peine.