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Organisierte Kriminalität am Bau

Mehr Einfluss italienischer Krimineller

Hilden.

Die Erkenntnisse deutscher Ermittlungsbehörden sind eindeutig: "Die hier in der Bundesrepublik lebenden italienischen OK-Kriminellen investieren in der Baubranche und beeinflussen zunehmend durch kriminelle Aktivitäten diesen Wirtschaftszweig," stellt Konrad Freiberg, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), fest.

Dies geschieht durch die Gründung von Scheinfirmen und durch ein hohes Maß von illegaler Beschäftigung. In manchen Bereichen ist die Entwicklung illegaler Beschäftigung so weit fortgeschritten, dass nach marktwirtschaftlichen Maßstäben legal arbeitende Firmen kaum noch existieren können und allein die Firmen mit illegaler Beschäftigung dominieren.

Der Bereich der illegalen Beschäftigung im Bausektor wird überwiegend von ausländischen Gruppen beherrscht. "Es gibt auch deutliche Hinweise zur Organisierten Kriminalität in Italien," betont Konrad Freiberg. Einige hier wirkende italienische Kriminelle sind den italienischen Behörden als Mafia-Angehörige bekannt. Außerdem werden offensichtlich kriminell erworbene Gelder in der hiesigen Baubranche investiert.

"Die zunehmende illegale Beschäftigung stellt einen Angriff auf unseren Sozialstaat dar und treibt legal arbeitende Firmen in den Bankrott," stellt Konrad Freiberg fest. Zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und der ausufernden illegalen Beschäftigung müssen nach Auffassung der GdP alle staatlichen Institutionen, wie Polizei, Justiz, Ausländerbehörden, Zoll, Finanzämter, Arbeitsämter usw. verstärkt zusammenarbeiten.