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Mahnwache für ermordeten Polizeibeamten in Wiesbaden

Verrohung in der Gesellschaft nicht nur Sache der Polizei

Hilden/Wiesbaden.

Mit einer mehrtägigen Mahnwache will die Gewerkschaft der Polizei (GdP) des am 22. Juni in Eltville-Walluf brutal ermordeten Polizeibeamten Ingo Grebert gedenken. Der 32-jährige Polizist wurde von einem 25-jährigen Türken bei einer Personenkontrolle tödlich verletzt. Vom morgigen Dienstag, 27. Juni 2000, an wollen GdP-Vertreter aus dem ganzen Bundesgebiet vor dem Polizeipräsidium Wiesbaden ihre Trauer und ihr Entsetzen demonstrieren.

Der GdP-Vorsitzende, Norbert Spinrath, und der Vorsitzende des GdP-Landesbezirks Hessen, Jörg Stein, werden Dienstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr an der Mahnwache teilnehmen.

"Wir sind fassungslos über die Bedenkenlosigkeit, mit der immer häufiger Polizistinnen und Polizisten angegriffen werden. Acht erschossene Polizeibeamtinnen und -beamte in weniger als zwölf Monaten und eine Vielzahl Schwerverletzter sind ein unübersehbares Zeichen, dass etwas geschehen muss. Die Verrohung in unserer Gesellschaft nimmt zu. Das ist längst nicht mehr allein Sache der Polizei. Das geht uns alle an", sagte der GdP-Vorsitzende Norbert Spinrath.

Mit der Mahnwache biete die GdP der Bevölkerung einerseits eine Anlaufstelle, ihre Erschütterung und ihre Anteilnahme auszudrücken, so der Vorsitzende der hessischen GdP, Jörg Stein, andererseits möchte man mit den Menschen ins Gespräch kommen. "Als Polizeibeschäftigte wollen wir auch weiterhin ein offenes und gutes Verhältnis zu den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land bewahren. Wir müssen uns aber auch gegen solche Ausbrüche zügelloser Gewalt wappnen."

In Gesprächen mit den Menschen werde die GdP versuchen, Verständnis für unvermeidliche Vorsichtsmaßnahmen zum besseren Schutz von Polizeibeamten in alltäglichen Situationen zu wecken. Die Gewalt dürfe keinesfalls die Oberhand gewinnen.
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