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GdP kritisiert mangelndes Rechtsverständnis vieler Hundebesitzer

Zuchtverbot für sogenannte Kampfhunde duldet keinen Aufschub

Hilden.

"Ein Zuchtverbot für Hunde bestimmter gefährlicher Rassen duldet keinen Aufschub. Die Länder-Innenminister müssen jetzt mit ihrer jüngst vereinbarten Verschärfung der Richtlinien zum Führen und Halten sogenannter Kampfhunde Ernst machen. Es ist der Bevölkerung nicht mehr zuzumuten, Einkaufsstraßen, Grünanlagen und Bürgersteige mit überforderten und verantwortungslosen Hundehaltern zu teilen, deren Hunde gleichsam tödliche Waffen sind", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Spinrath, in Hilden.

Kommunale Behörden und die Polizei seien gemeinsam in der Pflicht, die verschärften Richtlinien konsequent zu überwachen und Verstöße zu verfolgen. Die Bürger hätten für ein Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten zu Recht kein Verständnis.

Zwei Pit Bulls hatten gestern in Hamburg einen sechsjährigen Jungen angegriffen und tödlich verletzt. Weitere Kampfhundattacken ereigneten sich in Köln und Krefeld: In Köln wurde ein Rentner von einem Pit Bull schwer verletzt, in Krefeld griff ein Pit Bull einen Polizeibeamten an. Der Beamte konnte den Hund erschießen.

Der GdP-Vorsitzende äußerte sich besorgt über das allgemeine Rechtsverständnis vieler Hundebesitzer. So werde die in öffentlichen Parks per Schild ausgedrückte Bitte, Hunde an die Leine zu nehmen, doch eher belächelt. Selbst deutliche Hinweise auf das Begehen einer Ordnungswidrigkeit zeige meist keinerlei Wirkung. Auch Haltern von nicht als ‚Kampf-hund' bezeichneten Hunden dürfe es nicht gestattet werden, ihren eigenen Rechtsraum zu schaffen. "Dieser freien Interpretation der entsprechenden Richtlinien müssen die Behörden durch die Beseitigung des offensichtlichen Vollzugsdefizits schnellstens Einhalt gebieten." Es dürfe nicht sein, dass Menschen aus Angst vor freilaufenden Hunden Parks meiden würden.