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GdP zu geplanter Unterbringung beim Castor-Transport:

Unterbringung menschenunwürdig

Hilden.

"Wir geben die Empörung über diese menschenunwürdige Unterbringung ungebremst an die Politik weiter", kommentierte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, Berichte von den Missständen bei der geplanten Unterbringung von Tausenden von Einsatzkräften der Polizei beim bevorstehenden Castor-Transport nach Gorleben.

Da ist von einem einzigen Waschzelt für einhundert Polizisten ebenso die Rede wie von einem "Riesenmangel" an Unterkünften. Bei den bisherigen Castor-Einsätzen benutzte Unterkünfte von BGS und Bundeswehr stünden nicht mehr zur Verfügung, weil diese inzwischen verlassen oder verkauft wurden. Freiberg forderte den Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Dr. Manfred Püchel, auf, für solche Einsätze feste Unterkünfte langfristig zur Verfügung zu stellen, damit soziale und sanitäre Mindeststandards eingehalten werden.

Der GdP-Vorsitzende: "Hat eigentlich niemand an die naheliegende Tatsache gedacht, dass zu einem Atom-Ausstiegskonzept nicht nur die Transporte, sondern auch deren Sicherung gehören, mit der Folge, dass Tausende von Polizistinnen und Polizisten untergebracht werden müssen?" Freiberg weiter: "Politik und Öffentlichkeit erwarten von der Polizei, dass sie einen schwierigen Transport mit den zu erwartenden Begleitumständen professionell schützt. Das Mindeste, was unsere Kolleginnen und Kollegen erwarten dürfen, ist eine menschenwürdige Unterbringung."

Freiberg betonte, dass den Vorbereitungsstab der Polizei Niedersachsen dabei keine Schuld treffe. Dessen Konzept drohe durch die mangelnde politische und finanzielle Unterstützung praktisch ins Gegenteil verkehrt zu werden.