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Sponsoring kratzt an Unparteilichkeit

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist gegen ein Sponsoring der Polizei von privater Seite. "Die Polizei darf sich keinesfalls in eine wirtschaftliche Abhängigkeit von Firmen oder Personen begeben", sagte der GdP-Vorsitzende, Norbert Spinrath, in Hilden. Die Polizei müsse sich ihre vom Bürger erwartete und vom Gesetzgeber festgeschriebene Unparteilichkeit bewahren und dürfe nicht in den Verdacht geraten, private Interessen zu vertreten. "Eine mögliche Ermittlung gegen einen Sponsor, so transparent und formell einwandfrei, wie nur denkbar, hinterließe immer einen schalen Geschmack in der Öffentlichkeit. Das wollen wir nicht", sagte Spinrath.

Die Innenminister des Bundes und der Länder seien ausschließlich für die Ausstattung und die Ausrüstung der Polizeien zuständig. Hier gälte es, die finanziellen Rahmenbedingungen so zu gestalten, daß erst gar keine Diskussionen über eventuelle PR-Almosen von privater Seite aufkämen, so Spinrath.

Die GdP schlägt Unternehmen und Privatpersonen, die sich für eine Verbesserung der Inneren Sicherheit Deutschlands engagieren wollen, vor, das von der Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag angekündigte Deutsche Forum für Kriminalprävention zu unterstützen. Es gäbe sicherlich in den Reihen der Wirtschaft die Bereitschaft, vielleicht in Form einer Stiftung, die Ursachenbekämpfung der Kriminalität voranzutreiben. "Nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf kommunaler Ebene wäre man sicher für Sach- und/oder Geldspenden dankbar", sagte Spinrath.

Auch böte sich für die Spender und Sponsoren die Gelegenheit, Opferschutzinstitutionen, wie den "Weißen Ring", zu unterstützen. Kein Unternehmen geriete dann in die Gefahr, sich dem Verdacht einer möglichen Einflußnahme auszusetzen. Hier ließe sich mit guten Taten werben.