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Industrie muß "heiße Öfen" drosseln

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangt von der Motorrad-Industrie eine möglichst schnelle Rückbesinnung auf die freiwillige Selbstbeschränkung bei der Motorleistung von in Deutschland angebotenen Motorrädern. Seit Mitte Juni 1999 ist diese Selbstbeschränkung aufgehoben. Stelle sich die Industrie stur, so die GdP, seien gesetzliche Regelungen notwendig. Die freiwillige Selbstbeschränkung erlaubte eine Motorleistung von höchstens 72 kW oder 98 PS.

Norbert Spinrath, Bundesvorsitzender der GdP: "Diese Raketen mit ihren unglaublichen Beschleunigungswerten und Spitzengeschwindigkeiten müssen von der Straße. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Fahrer, der seinen Superrenner ´mal ausfahren will, noch auf kaum vorherzusehende Situationen sicher und überlegt reagieren kann." Damit gefährde der Fahrer nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

Spinrath monierte zudem die immer stärker werdende Lärmbelästigung im öffentlichen Raum, zu der Zweiräder nicht unwesentlich beitrügen. "Während die einen in ihrer Freizeit Ruhe suchen, wollen die anderen richtig aufdrehen. Der Missbrauch des Motorrads durch rücksichtslose Wochenend-Rennfahrer, die letztlich dafür verantwortlich sind, dass das Gros der Motorradliebhaber zunehmend weniger Möglichkeiten findet, ihr Hobby auszuüben, muss eingedämmt werden." Das Befahren von mehr und mehr Straßen würde mittlerweile für Motorräder verboten.

Motorradfahrer tragen gegenüber anderen Kraftfahrzeugbenutzern fast das doppelte Risiko, bei einem Verkehrsunfall zu verunglücken. "Ich finde es bedenklich, dass immer mehr ältere Biker in der Verunglückten-Statistik des StBA auftauchen.

Spinrath appellierte an die Industrie, ihre Kunden durch aggressive Werbeaussagen nicht zur individuellen Überschätzung ihrer fahrerischen Fähigkeiten zu verleiten.