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Mehr Polizisten und bessere Ausrüstung

Kosovo-Einsatz

Berlin.

"Die internationale Polizei im Kosovo muss aufgestockt und besser ausgerüstet werden, um den Zyklus der Gewalt zu durchbrechen und die aufstrebende Bandenkriminalität zu bekämpfen. Es müssen auch mehr deutsche Polizisten in den Kosovo. Wenn es nicht gelingt, in der Krisenregion Ruhe und Ordnung herzustellen, ist auch die innere Sicherheit der Staaten Westeuropas bedroht," sagt der Bundesvorsitzen-de der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Spinrath, am Mittwoch am Rande des SPD-Parteitages in Berlin.

Noch vor Veröffentlichung des OSZE-Berichtes, der eine weitere Soforthilfe des Auslands fordert, hatte die Gewerkschaft der Polizei diese Forderung nach einem Besuch bei den deutschen Polizeikräften vor Ort in einem Schreiben an Bundesinnenminister Schily erhoben. Spinrath: "Die Bundesrepublik Deutschland hat in der Internationalen Staatengemeinschaft genügend Gewicht, mit Nachdruck eine bessere Ausrüstung und die Erfüllung der zugesagten Kontingente an Polizeikräften einzufordern. Auch muss Deutschland selbst mehr Beamte in den Kosovo schicken. Deutsche Polizeibeamte genießen im Kosovo sowohl bei der Bevölkerung, als auch unter den internationalen Kolleginnen und Kollegen ein hohes Ansehen."

Gleichzeitig appellierte der GdP-Vorsitzende an die internationale Staatengemeinschaft, sich aus der Umarmung durch die ehemalige Guerilla-Armee UCK zu befreien. Spinrath: "Auch wir haben Hinweise darauf, dass die ehemalige UCK eine Schattenverwaltung sowie eine verdeckte Polizei aufbaut. Es kann nicht angehen, dass sich internationale Polizeikräfte um den Aufbau einer neuen, rechtsstaatlich orientierten und gut ausgebildeten Polizei bemühen, um sie später der Führung einer kriminellen Vereinigung zu überlassen."