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Verflechtungen Prominenter mit dem Rotlichtmilieu:

GdP weist Kritik an Ermittlungsbehörden zurück

Berlin.

Als „völlig unverständlich“ hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die wachsende Kritik an den Ermittlungsbehörden bei der Bekämpfung des organisierten Menschenhandels bezeichnet.

GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: „Wer das menschenverachtende Geschäft mit weiblichen Sexsklaven aus Osteuropa für zahlungskräftige Freier im Westen zerschlagen will, muss auch Zeugen sowohl auf der Seite der so genannten Kunden, wie auf der Seite der Opfer feststellen und befragen können. Wenn sich aus solchen Befragungen Verdachtsmomente für weitere Straftaten ergeben, muss ermittelt werden, auch wenn es sich um prominente Persönlichkeiten handelt.“

Es liege, so die Gewerkschaft der Polizei, in der Natur der Sache, dass Personen, die im besonderen Maße in der Öffentlichkeit stehen, wenig Interesse daran haben, dass eine Verbindung zwischen ihnen und den unappetitlichen Einzelheiten des Rotlichtmilieus offenkundig wird. Die moralische Falltiefe eines Betroffenen, der die Dienste von Menschenhändlern in Anspruch nimmt, sei jedoch nicht Angelegenheit der Ermittler. „Die Ermittlungsbehörden in solchen Fällen an den Pranger zu stellen, oder zu versuchen, sie einzuschüchtern, zeugt von nicht gerade ausgeprägtem rechtsstaatlichen Bewusstsein“, so der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg.

Freiberg: „Das Geschäft mit Not leidenden Frauen aus Osteuropa zum Zwecke der Prostitution floriert allein aufgrund der großen Nachfrage. Freier, die für sie bezahlen, sind zwar nicht im strafrechtlichen Sinne mitschuldig an dem Elend, können sich aber kaum dagegen wehren, dass in der Öffentlichkeit über ihr Menschenbild diskutiert wird.“