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10.05.2012

Die Jugend ist die Zukunft

Kleines Führungskräftetraining der JUNGEN GRUPPE (GdP)

Der demographische Wandel hat bereits eingesetzt und wird auch nicht an der Gewerkschaft der Polizei spurlos vorüberziehen. Die Konzentration auf die Ausbildung des Gewerkschaftsnachwuchses ist, neben der zunehmend erforderlichen Beachtung der Erfahrensten unter uns, den Senioren, notwendiger als jemals zuvor, will man fortan die gewerkschaftliche Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten, ja sogar steigern und jugendpolitische Themen nicht auf dem Abstellgleis sehen und für die Zukunft gerüstet sein. Was aber heißt Führung? Autoritär oder kooperativ, charismatisch oder transformativ oder gar situativ oder systemisch – die theoretische Vielfalt wissenschaftlicher Führungserkenntnisse lässt nicht nur Grenzen verschwimmen, sondern auch viele Fragen rund um den Führungsbegriff nicht abschließend klären. Trotzdem ist es unabdingbar, sich mit diesem Begriff auseinander zu setzen, will man nicht der unzählbaren Interpretationsvielfalt unterliegen.

Dies war daher auch eines der Hauptanliegen der Referenten Fabian Heike vom Geschäftsführenden Bundesjugendvorstand und Torsten Rohde von der Bundesgeschäftsstelle. Nicht reines Faktenwissen, sondern Erkenntnisgewinnung und die Fortentwicklung der eigenen Persönlichkeit stand an oberster Stelle. Nur wer sich frühzeitig kritisch mit dem Begriff Führung auseinandersetzt, kann die Nuancen zwischen den Bedeutungen verstehen und sein politisches Handeln am gesellschaftlichen Wohle ausrichten. Die JUNGE GRUPPE (GdP) steht für die Zukunft der Gewerkschaft. In ihr reifen die kommenden Führungskräfte heran.

Eine Gruppe zu führen, heißt auch immer Verantwortung zu übernehmen. Insbesondere innerhalb einer Organisation, deren Leistungsfähigkeit vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder abhängig ist. Nur wenn die breite Bereitschaft zur aktiven Unterstützung besteht, es das Ziel eines jeden Einzelnen ist, sich für das Gemeinwohl aller gemeinsam einzusetzen und den solidarischen Gedanken einer Gewerkschaft zu leben, wird die Gewerkschaft der Polizei Veränderungen im Sinne aller Polizeibeschäftigten erreichen. Das Treffen demokratischer Entscheidungen und die Mitnahme aller Beteiligten ist hinzu der erste und auch unbestrittene notwendige Schritt. Bei der Umsetzung von Veränderungen, aber nicht die abschließende Lösung. Und spätestens hier kommen die speziellen Fähigkeiten von Führungskräften ins Spiel.

Sich bei Entscheidungen auf das so genannte Bauchgefühl zu verlassen, wäre eine von unterschiedlichen Möglichkeiten. Sich entgegen aller anderen Auffassungen durchzusetzen auch. Sich aber einzig auf das Gefühl und die eigene Entscheidungsgewalt zu verlassen greift zu kurz. Notwendigerweise muss auch die Rationalität in das Entscheidungskalkül mit einfließen. Nur wer bedächtig, transparent und redselig führt, Entscheidungen trifft und durchsetzt, zudem nicht die eigenen Vorteile in den Mittelpunkt rückt, ist in der Lage, langfristig die benötigte Bereitschaft zur Unterstützung zu erhalten um Veränderungen zu etablieren.

Auch wenn viele der Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich auf ein breites Vorwissen polizeilicher Führungskenntnisse berufen konnten, war es der Seminarleitung wichtig, auf den speziellen gewerkschaftlichen Charakter einer mitgliederorientieren Organisation hinzuweisen und somit auch häufiger die pauschale Übertragung polizeilicher Führungskenntnisse auf die gewerkschaftlichen Strukturen kritisch zu hinterfragen. Aber auch gruppendynamische Entwicklungen, die Kunst Zeit effizient zu füllen und Projekte zu managen, standen im Seminarmittelpunkt. Sehr bemerkenswert war die Bereitschaft aller Beteiligten sich von morgens bis abends intensiv mit den Seminarinhalten auseinander zu setzen und diese mit eigenen Erfahrungen zu bereichern. Dies führte zu einem äußerst gelungenen Seminarverlauf, der es auch der Seminarleitung erleichterte, die vorgesehenen Seminarinhalte allen Beteiligten zu erläutern.

Um die Wichtigkeit der internen Ausbildung im Jugendsektor zu unterstreichen, sei an dieser Stelle bereits angemerkt, dass auch im Jahr 2013 eine Kleines Führungskräftetraining stattfinden wird und jeder Bezirk die Möglichkeit besitzt, (potentielle) Nachwuchskräfte teilnehmen zu lassen.

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