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GdP NRW: Polizistinnen in Führungspositionen dürfen nicht die Ausnahme bleiben

Düsseldorf.

Seit dreißig Jahren können Frauen in NRW auch Polizistinnen werden, in Führungspositionen sind sie trotzdem noch immer eine Ausnahme. Ganze sechs Prozent aller Führungsfunktionen werden von Frauen wahrgenommen, obwohl ihr Anteil unter allen Polizistinnen und Polizisten bei 16 Prozent liegt, bei den Kommissaranwärterinnen und -anwärtern liegt er sogar bei 40 Prozent. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert deshalb von der Landesregierung ein Konzept, wie der Anteil von Frauen in Führungspositionen nachhaltig erhöht werden kann. „Wer Frauenförderung ernst meint, darf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht ausklammern. Auch Polizistinnen und Polizisten haben ein Recht auf planbare Familienzeiten. Sonst bleiben die Frauen bei der Karriere weiter außen vor“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Peter Hugo auf der heutigen Fachtagung seiner Gewerkschaft „30 Jahre Frauen in der Schutzpolizei“.

Neben die Einführung neuer Schichtdienstmodelle, die die Anforderungen berücksichtigt, die sich aus der Betreuung und Erziehung von Kindern ergeben, fordert die GdP, dass der wachsende Frauenanteil bei der Polizei bei der Zahl der Neueinstellungen berücksichtigt wird. „Wir brauchen eine zusätzliche Einstellungsquote von 1,3 Prozent, damit die Kolleginnen eine Chance haben, Kinder zu kriegen und eine vorübergehende Auszeit zu nehmen, ohne dass ihre Dienstgruppen wegen Personalmangels handlungsunfähig werden“, sagte Hugo heute in Düsseldorf. „Was in anderen Branchen längst üblich ist, muss endlich auch für die Polizei gelten“, fordert der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende.