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Kleiner Waffenschein:

GdP: Neues Waffenrecht wird zur Lachnummer

BERLIN/HILDEN.

"Die vielgepriesene Novelle des Waffenrechts droht zur Lachnummer zu werden", erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg. Freiberg: "So wie jetzt der Gesetzentwurf den Ausschüssen des Deutschen Bundestags vorliegt, ist vor allem die Lösung des kleinen Waffenscheins für Gaspistolen sinnlos. Gaspistolen sollen nämlich nach wie vor ab 18 Jahren frei zu kaufen sein, nur für das Führen in der Öffentlichkeit soll es den Waffenschein geben."

Gerade die leichte Verfügbarkeit der Waffen, so der GdP-Vorsitzende, sei aber der Grund dafür, dass Gaspistolen so "beliebt" als Tatmittel bei Raubdelikten seien. Freiberg: "Wenn der freie Erwerb nicht reguliert wird, dann verkommt der kleine Waffenschein zur schlichten Alibifunktion ohne konkreten Sicherheitsgewinn."

Der GdP-Vorsitzende kritisierte, dass ganz allgemein die Neuregelung des Waffenrechts voller Widersprüche stecke. So sei eine engere gesetzliche Regelung für Gaspistolen dem Einspruch der Länder zum Opfer gefallen, die den erhöhten Personalaufwand nicht tragen wollten. Andererseits, so Freiberg, schieße die Gesetzesnovelle weit übers Ziel hinaus, es gehe nicht nur um strengere Aufbewahrungsvorschriften für Schusswaffen, sondern auch für Hieb- und Stichwaffen. "Davon sind Tausende von Museen ebenso betroffen wie Privatsammler, obwohl Säbel als Tatmittel so gut wie unbekannt sind", erklärte der GdP-Vorsitzende. Die GdP habe daher dringend geraten, im Bundestagsinnenausschuss eine Anhörung zu diesem Thema durchzuführen, um damit Anregungen aus der täglichen Praxis der Polizei einbringen zu können.