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Respektkampagne der Senatsverwaltung für Inneres allein genügt nicht

Nach Angriff auf Ordnungsamt Neukölln: GdP Berlin verlangt besseren Schutz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ämter sowie der Objekte

Berlin.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert vom Senat, den Schutz der Beschäftigten in den Bürger- und Ordnungsämtern der Bezirke in den Fokus zu rücken und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Hintergrund für die Forderung sind die wiederholten Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ämter sowie der Objekte. „Vorausgesetzt, die Erfordernisse im Personalbedarf des Objektschutzes würden endlich politisch umgesetzt, dann wären beispielsweise Objektstreifen für die Gebäude denkbar. Aber auch verstärkte Sicherheitsvorkehrungen in den Einrichtungen selbst durch bauliche Maßnahmen und simple Notfallknöpfe an den Schwerpunkt-Arbeitsplätzen, sofern nicht schon vorhanden, wären Möglichkeiten“, sagte GdP-Landesbezirksvorsitzende Kerstin Philipp am Donnerstag.
„Eine Respektkampagne ins Leben zu rufen, wie Innensenator Henkel dies gemacht hat, ist gut und schön und sicherlich zu begrüßen. Denn dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, nämlich die zunehmende Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften der Polizei, Feuerwehr und Ordnungsämter öffentlich zu ächten. Allerdings hilft ein Video-Wettbewerb den Kolleginnen und Kollegen, die Tag für Tag pöbelnden, randalierenden und zuschlagenden Bürgerinnen und Bürgern drinnen und draußen gegenüberstehen, erstmal nicht wirklich weiter. Sie brauchen etwas Handfestes und das lautet schlicht und ergreifend: Schutzmaßnahmen.“

Sie erwarte von der Politik, so Philipp weiter, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und Lösungen zu erarbeiten. „Das haben die Tarifbeschäftigten sowie Beamtinnen und Beamten verdient, die für den Senat tätig sind. Darüber hinaus können sie von ihrem Arbeitgeber auch erwarten, dass er seine Fürsorgepflicht erfüllt.“

Das Ordnungsamt Neukölln war in der Nacht zum Mittwoch von Unbekannten mit Pflastersteinen beworfen worden. Dabei wurden 17 Fensterscheiben beschädigt. Anfang des Monats waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes Mitte bei der Überprüfung von Jugendlichen geschlagen und mit Steinen beworfen worden.