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Trauermarsch in Berlin:

8000 Menschen nahmen Abschied von Uwe Lieschied

Täter wurde gefasst! Türke legte Geständnis ab.

Rund 8.000 Kollegen gedachten in einem Trauermarsch dem in Ausübung des Dienstes von einem Rechtsbrecher getöteten Berliner Polizeihauptkommissars Uwe Lieschied.
Berlin.

Rund 8000 Kolleginnen und Kollegen, Freunde des Verstorbenen und Berliner Bürger, darunter viele Familien mit Kindern, nahmen am letzten Donnerstag an einem beeindruckenden Trauermarsch für den am vergangenen Freitag, 17.03.2006, in Neukölln angeschossenen und vier Tage später verstorbenen Kollegen Uwe Lieschied teil. Die mit Hochdruck geführten Ermittlungen führten in der Nacht zum Samstag zur Verhaftung des Täters. Der 39-jähriger Türke gestand mittlerweile die Tat. Ebenso festgenommen wurde ein 30-jähriger Türke. Beide kommen aus Berlin-Neukölln. Am Samstagabend, 25.3.2006, wurde gegen beide Türken Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes und wegen Mordes erlassen.


 
  
In den Trauermarsch eingereiht hatten sich Innensenator Ehrhart Körting (3.v.r.), Polizeipräsident Dieter Glietsch (2.v.r.), der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (Mitte), Uwe Kurzke, Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Berliner Polizei (4.v.r.) und der Vorsitzende des GdP-Landesbezirks Berlin, Eberhard Schönberg (hinten).
 
Neben dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses Walter Momper, Innensenator Ehrhart Körting und Polizeipräsident Dieter Glietsch, dem GdP-Bundesvorsitzenden Konrad Freiberg und dem Vorsitzenden des GdP-Landesbezirks Berlin, Eberhard Schönberg, gingen zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft an der Spitze des Zuges.

„Berlin rückt zusammen wie lange nicht mehr. Der eiskalte und sinnlose Mord an dem 42 Jahre alten Polizisten Uwe Lieschied hat eine Welle des Mitgefühls mit sich gebracht, die zeigt, dass auch in einer stetig brutaler werdenden Metropole die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleibt,“ kommentierte eine Berliner Tageszeitung.
 
  
Tief betroffen: Konrad Freiberg, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (Mitte).
Neben ihm: Anja Hertel, Stellvertretende Vorsitzende des Innenausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus (rechts) und Kerstin Philipp, Mitglied des Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstandes (links).

Fotos (3): Rüdiger Holecek
 
Lange Schlangen hatten sich seit Tagen vor dem Kondolenzbuch im Polizeipräsidium gebildet. Bürger legten Blumen und Kränze am Tatort nieder, in zahlreichen Spendenaktionen unterstützen die Berliner die Frau des Getöteten und seine beiden Söhne.

Uwe Lieschied war Leiter des Streifendienstes Verbrechensbekämpfung in Neukölln. Der erfahrene Beamte und Kenner der in diesem Stadtteil verbreiteten Rauschgiftszene genoss hohes Ansehen bei seinen Kolleginnen und Kollegen. Der Täter hatte am Freitagabend in der Fontanestraße während einer Routinekontrolle mehrere Schüsse auf den Kollegen abgefeuert.

Der vom Berliner Gesamtpersonalrat organisierte Trauermarsch, zu dem auch die Gewerkschaft der Polizei aufgerufen hatte, führte vom Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke in Tempelhof zur Dienststelle des Ermordeten in der Werbellinstraße in Neukölln. Nach den tödlichen Schüssen auf den Kollegen sind bisher 90 Hinweise eingegangen. Polizeipräsident Dieter Glietsch, der in bewegenden Worten die Verdienste des Kollegen aber auch der gesamten Berliner Polizei für die Sicherheit der Stadt gewürdigt hatte, zeigte sich zuversichtlich, dass der Täter für seine Tat büßen werde.


Spenden zu Gunsten der Hinterblieben Uwe Lieschieds können auf das Konto der Volker-Reitz-Stiftung zu Berlin eingezahlt werden:

 
 SEB AG
 
Konto Nr.:  137 5889 300
 
BLZ: 100 101 11
 
Stichwort:   Uwe L.
 
Spenden an die "Volker-Reitz-Stiftung zu Berlin" kommen den Empfängern in voller Höhe zugute.