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Polizeibeamter an Legionellen erkrankt

GdP: Skandalöse hygienische Verhältnisse beim letzten Castor-Einsatz

Hilden.

"Es ist ein Skandal, dass die Polizei bei Großeinsätzen nicht nur Gewalttäter fürchten, sondern auch noch mit verseuchten Unterkünften rechnen muss", kommentierte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, die Legionellen-Infektion eines Beamten beim letzten Castor-Einsatz.

Der Polizist war in Winsen/Luhe untergebracht, wo in einer Duschanlage die gefährlichen Erreger zu spät entdeckt worden waren. Der aus Friesland stammende 35-Jährige war nach dem Einsatz erkrankt, eine Blutuntersuchung ergab jetzt für drei Legionellentypen positive Befunde. Freiberg: "Die sanitären Anlagen der Unterkunft wurden offenbar nicht genügend hygienisch untersucht, bevor Polizeikräfte dort übernachten mussten. Das ist eine eklatante Verletzung der Fürsorgepflicht."

Schon während des Einsatzes waren in mindestens einer Duschanlage des ehemaligen Bundesgrenzschutz-Gebäudes so genannte "Legionellen" festgestellt worden. Diese Bakterien können bei Menschen die "Legionärskrankheit", eine schwere bakterielle Lungenentzündung, auslösen. Ohne medizinische Behandlung kann diese Erkrankung zum Tod führen.

GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg: "Die Gewerkschaft der Polizei hat im Vorfeld und während des Einsatzes massive Kritik an der Unterbringung der Polizeibeamtinnen und -beamten im Landkreis Lüneburg geübt. Diese Kritik war berechtigt. Es darf nicht sein, dass die Polizeibeamtinnen und -beamten bei solchen Großeinsätzen auch noch ihre Gesundheit durch skandalöse hygienische Verhältnisse gefährden."

Die GdP fordert eine vorsorgliche Untersuchung aller in der Kaserne untergebrachten Einsatzkräfte und eine umfassende Unterrichtung der Betroffenen.