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Atomindustrie handelt menschenverachtend

"Es ist eine Ungeheuerlichkeit, mit welcher Kaltschnäuzigkeit Polizistinnen und Polizisten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in Castor-Einsätze geschickt worden sind."

Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Hermann Lutz, das Verhalten der Betreiber der deutschen Atomkraftwerke, die die radioaktive Verschmutzung an Castor-Behältern seit Mitte der achtziger Jahre verschwiegen haben."Für mich ist es menschenverachtend, wenn wider besseren Wissens Menschen einer möglichen Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt werden. Es steht für mich nun außer Frage, daß alle geplanten Castor-Transporte bis zur restlosen Aufklärung auch nur der kleinsten Details in Sachen Sicherheit und Strahlenschutz ausgesetzt werden."

Ein ähnlich skandalöses Hintergehen seiner Bürgerinnen und Bürger sei nur noch in Diktaturen oder den korrupten Strukturen einer Bananenrepublik denkbar. Es sei zwar rechtlich eindeutig, daß sich Polizistinnen und Polizisten nicht weigern dürften, einen Atom-Transport zu begleiten, aber nun seien die Innenminister am Zuge zu beweisen, daß ihnen die Gesundheit ihrer Polizistinnen und Polizisten wichtiger sei als das Profitstreben der Atomindustrie.

Lutz kündigte eine rechtliche Überpüfung an, inwieweit mit dem Verhalten der Veranlasser der Transporte der Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung erfüllt ist.
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