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Atommülltransporte aussetzen, bis Sicherheitslage sich entspannt

Weitere Castor-Transporte würden letzte Kraftreserven der Polizei verbrauchen

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, künftige Castor-Transport solange auszusetzen, bis sich die seit dem 11. September 2001 zugespitzte Sicherheitslage wieder entspannt hat. "Mit ihren letzten Kraftreserven ist es der Polizei wieder einmal gelungen, einen Castor-Transport am Mittwochmorgen sicher und reibungslos an sein Ziel zu bringen. Dennoch ist das Verhältnis zwischen Personaleinsatz, finanziellem Aufwand, Belastung der Einsatzkräfte und dem Einsatzanlass erheblich gestört. Die Polizei arbeitet seit dem 11.9.2001 absolut an der Grenze ihrer Belastbarkeit", sagte GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg.

Der reibungslose Verlauf des Polizeieinsatzes ist nach Auffassung der GdP, den guten Vorermittlungen, einer optimalen Vorbereitung und dem hohen Engagement aller Einsatzkräfte zu verdanken. Man müsse aber wissen, so Freiberg, dass der gesamte Aufwand zu Lasten des Schutzes der Bürger gehe, da wesentliche Aufgaben der inneren Sicherheit durch die permanenten Großeinsätze vernachlässigt würden.

Die GdP kritisiert, dass auch diesmal wieder nur knapp drei Monate Zeit blieben, den Castor-Transport vorzubereiten. "Insbesondere die Polizei in Niedersachsen und im Raum Lüneburg hat ihr Kräftepotenzial erschöpft. Auf Dauer unzumutbar sind die Bedingungen, unter denen die aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogenen Kolleginnen und Kollegen untergebracht sind", sagte Freiberg.

Bei unbeständiger und kalter Witterung sei die Unterbringung in Wohncontainern eine zusätzliche Belastung. Freiberg: "Wir fordern endlich feste Unterkünfte für die eingesetzten Kräfte".Mit Erleichterung, so die GdP, sei ein Nachlassen des Gewaltpotenzials zu registrieren. Störungen konnten von der Polizei rechtzeitig aufgelöst werden. Insgesamt gehe offenbar die Anzahl der Demonstrationsteilnehmer zurück. Freiberg: "Allerdings wissen wir nicht, ob wir uns auch bei dem nächsten Einsatz darauf verlassen können."