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Das Sicherheitsgefühl der Menschen ernst nehmen!

Die Entscheidung der Deutschen Bahn, mehr Videoüberwachung an den deutschen Bahnhöfen einzusetzen, ist richtig. Doch der Mitteleinsatz entspricht nicht dem Anspruch der Menschen. Der Einsatz von Videotechnik im Bereich der Bahnanlagen ist ein wichtiges Mittel, um das Sicherheitsgefühl der Reisenden zu stärken. Die mediale Berichterstattung hat das Sicherheitsgefühl der Reisenden berührt. Tatsächlich wurden seit 2010 […]

Jörg Radek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei

Jörg Radek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei

Die Entscheidung der Deutschen Bahn, mehr Videoüberwachung an den deutschen Bahnhöfen einzusetzen, ist richtig. Doch der Mitteleinsatz entspricht nicht dem Anspruch der Menschen. Der Einsatz von Videotechnik im Bereich der Bahnanlagen ist ein wichtiges Mittel, um das Sicherheitsgefühl der Reisenden zu stärken. Die mediale Berichterstattung hat das Sicherheitsgefühl der Reisenden berührt. Tatsächlich wurden seit 2010 jährlich immer über 2.000 Körperverletzungen erfasst. Waren es 2010 noch 2.657 Delikte, so stieg die Zahl in 2011 auf 3.031, bevor sie in 2012 auf 2.463 sank. In 2013 wiederum wurden 2.505 Körperverletzungen verzeichnet.

Die Bundespolizei trägt dafür Verantwortung, dass das erforderliche Personal für die bahnpolizeilichen Aufgaben vorgehalten wird. “An vielen Haltestellen ist die Polizei überhaupt nicht mehr präsent. Selbst an großen Bahnhöfen gibt es nur wenige Polizeistreifen. Es wundert also nicht, wenn etwa der Fahrgastverband „Allianz pro Schiene“ ermittelt, dass über 30 % der Bahnreisenden dort ein Gefühl unzureichender Sicherheit haben“, so Jörg Radek,  Vorsitzender der GdP Bundespolizei. Deutschland verfügt derzeit über insgesamt 5.700 Bahnhöfe und Haltepunkte.

Angsträume sind die Aufgänge zu den S- und U-Bahnen. Tatmöglichkeiten bestehen in den Wandelhallen. Nach einer Studie des LKA Niedersachsen aus November 2013 gaben 16,8 % der Befragten an, es bringe eher nichts, sich an die Polizei zu wenden. Trotz einer Aufklärungsquote von knapp 75 % ein erschreckender Befund. Die Menschen beginnen sich an die Abwesenheit der Polizei zu gewöhnen. Eine verantwortliche Politik erkennt für sich hier Handlungsbedarf.

Die Entscheidungsträger in der Politik und bei der Bahn sollten weniger durch die Kostenbrille blicken; sondern an die Opfer von Kriminalität denken. Die Investitionen senken das Betriebsergebnis. Doch der Mehrwert für alle wäre das gestiegene Sicherheitsgefühl der Menschen. Nur das Zusammenwirken von Polizeipräsenz und Videoüberwachung verbessert das Empfinden der Menschen in unserem Land.

Jörg Radek

http://www.rtf1.de/news.php?id=4547

http://www.welt.de/print/wams/politik/article135098224/Im-toten-Winkel.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/neue-videoanlagen-fuer-terrorabwehr-geplant-diese-zehn-deutschen-bahnhoefe-gelten-als-besonders-terrorgefaehrdet_id_4327884.html

http://www.mdr.de/nachrichten/bahnhoefe102.html