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Mehr Diebstähle an Bahnhöfen: Beleg für mangelnde Polizeipräsenz

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht sich angesichts steigender Taschendiebstähle an deutschen Bahnhöfen in ihren Forderungen nach mehr Personal für die Bundespolizei bestätigt. Laut Gewerkschaft verfügen die Bahnhofsdienststellen der Bundespolizei vielfach nur noch über 60 bis 70 Prozent des Soll-Personals. „Gerade in den Schwerpunktdienststellen in den Großstädten haben wir enorme Probleme die erforderliche personelle Stärke […]

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht sich angesichts steigender Taschendiebstähle an deutschen Bahnhöfen in ihren Forderungen nach mehr Personal für die Bundespolizei bestätigt. Laut Gewerkschaft verfügen die Bahnhofsdienststellen der Bundespolizei vielfach nur noch über 60 bis 70 Prozent des Soll-Personals.

„Gerade in den Schwerpunktdienststellen in den Großstädten haben wir enorme Probleme die erforderliche personelle Stärke zu erreichen. Ohne Polizeipräsenz kann natürlich keine Präventionsarbeit stattfinden. Wenn die Langfinger kaum Angst haben müssen, erwischt zu werden, muss man sich über den starken Anstieg an Delikten nicht wundern“, so Jörg Radek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei.

Laut GdP verschärfen zunehmende Abordnungen, also zeitlich befristete Versetzungen von Beamten an Brennpunktbereiche, wie zum Beispiel an die deutsch-österreichische Grenze, die Situation an den Bahnhöfen zusätzlich.
Radek: „Die Verantwortlichen in der Politik, allen voran der Bundesinnenminister, müssen begreifen, dass die Bettdecke einfach zu kurz geworden ist. Wir haben nicht mehr genug Personal um alle gesetzlichen Aufgaben dauerhaft mit der erforderlichen Qualität abdecken zu können.“

Für die Jahre 2016 bis 2019 benötigt die Bundespolizei nach Berechnungen der Behörde für die von ihr geforderten Aufgaben 2.912 zusätzliche Beamte. Davon waren explizit 492 Stellen nur für die Bahnpolizei vorgesehen. Zuletzt hatte das Bundeskabinett diese Forderung in seinen Haushaltsberatungen abgelehnt. Auch für die technische Ausstattung fehlt der Bundespolizei das Geld: Der geforderte Ausbau der Videoüberwachung an Bahnhöfen ist daher ebenfalls in Stocken geraten.

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