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15-jähriger schoss auf Mitschüler

Spinrath warnt vor Panikmache

Hilden (ADN).

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat davorgewarnt, das Problem des Waffenbesitzes von Schülern «künstlichhochzureden». Trotz des jüngsten Vorfalls in einer BrandenburgerSchule, bei dem ein 15jähriger Schüler einen Lehrer mit einerSchußwaffe bedroht und auf einen Mitschüler geschossen hat, gebe esin der Bundesrepublik «keineswegs amerikanische Verhältnisse», sagteGdP-Chef Norbert Spinrath am Montag in einem Gespräch mit derNachrichtenagentur ADN.

Dramatische Ereignisse wie in Littleton oderim kanadischen Taber, wo mehrere Schüler getötet wurden, seienhierzulande kaum vorstellbar. «Die Entwicklung bei uns muß aberaufmerksam verfolgt werden», unterstrich er.

Spinrath betonte, leider werde heute Kindern und Jugendlichenauch durch die Medien suggeriert, es sei cool, bewaffnet zu sein.Nach Expertenschätzungen kommen jedoch «nur wenige Schüler mit einemMesser in der Hosentasche» in die Schule. Der Großteil der Kinderund Jugendlichen sei «völlig unauffällig», was den Waffenbesitzangeht. Deshalb lehnte er die von einigen Seiten erhobene Forderungnach regelmäßigen Schülerkontrollen ab.

Der GdP-Chef sprach sich zugleich für eine Überarbeitung desWaffengesetzes aus. Unklarheiten beispielsweise bei derKlassifizierung von Stichwaffen, vor allem Messern, sollten schnellbeseitigt werden. «Obwohl mir immer noch nicht einleuchtet, warumein Jugendlicher überhaupt ein Messer zum Einkaufsbummel oder zumMathematik-Unterricht mitnehmen muß, ist es notwendig, dasMitführen solcher gefährlichen Gegenstände waffenrechtlich zuregeln», fügte Spinrath hinzu. Die Bundesregierung habe angekündigt,das Waffengesetz zu novellieren.