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GdP-Chef Norbert Spinrath im dpa-Gespräch

Neues Waffenrecht allein reicht nicht

Hilden (dpa).

Ein verschärftes Waffenrecht reicht nach Ansicht des Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht aus, um Deutschland sicherer zu machen. Er halte die geplanten Vorschriften zur Anzahl und Aufbewahrung von Sportwaffen aber für einen richtigen Schritt, sagte Norbert Spinrath der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitag in Hilden. Zusätzlich müsse aber der illegale Waffenbesitz schärfer bekämpft werden. «Mörder holen sich keinen Waffenschein.

Die GdP gehe von 15 bis 20 Millionen illegaler Schusswaffen in der Bundesrepublik aus, die es in den einschlägigen Vierteln «an jeder Ecke» gebe. Von diesen Waffen gingen die ungleich größeren Gefahren für Allgemeinheit und Polizisten aus, sagte Spinrath. Weniger als ein Prozent der bei Verbrechen verwendeten Waffen seien angemeldet. Die Polizei habe zwar häufig Hinweise auf Umschlagplätze, habe aber weder die rechtlichen noch die personell ausreichenden Mittel, um einzugreifen. Spinrath forderte ein Eingriffsrecht unabhängig von konkreten Verdachtsmomenten im Einzelfall.

Den so genannten kleinen Waffenschein für Signal- und Schutzwaffen halte er schon daher für richtig, weil diese Waffen oftmals in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangten. Sie würden häufig zur Bedrohung oder grobem Unfug benutzt. So werden z.B. rund 60 Prozent aller Raubdelikte mit Gaspistolen verübt. Der derzeit noch unbeschränkte Verkauf an Volljährige führe dazu, dass sich ganze Cliquen leicht mit Gaspistolen und ähnlichem ausrüsten könnten.