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GdP: Polizeibeamtinnen und -beamte sind kein Freiwild

Scharfe Proteste gegen Kennzeichnungspläne des Berliner Senats

BERLIN.

Gegen Pläne des Berliner Senats, Polizeibeamtinnen und -beamte zu verpflichten, Namensschilder zu tragen, hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) scharf protestiert.

Am Rande einer Sitzung des GdP-Bundesvorstandes am Dienstag, 20. November 2001 in Berlin, sagte GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: "Es reicht, dass die Gewalt gegen meine Kolleginnen und Kollegen ständig zunimmt. Es müssen nicht auch noch die Familien der Polizeibeamtinnen und -beamten dadurch gefährdet werden, dass das kriminelle Milieu über solche Namensschilder die Privatadressen der einschreitenden Beamten ausforschen kann. Neben der wachsenden Sorge um die Gesundheit und das Leben eines bei der Polizei beschäftigten Familienmitgliedes wollen wir den Angehörigen Telefonterror bis hin zu massiven Bedrohungen ersparen." Kinder von Polizeibeamtinnen und -beamten seien in der Vergangenheit wegen des Berufes ihrer Mutter oder ihres Vaters bereits bedroht und belästigt worden.

Es sei ein Witz, so die Gewerkschaft der Polizei, dass - besonders in der derzeit angespannten Sicherheitslage, in der Politiker von der Polizei allen erdenklichen Schutz für sich selbst einklagen -, ausgerechnet diejenigen zum Freiwild erklärt werden sollen, die diesen Schutz gewähren sollen. Freiberg: "Mit solchen populistischen Forderungen aus der Mottenkiste der Grünen will der Berliner Senat davon ablenken, dass er mit seiner rigorosen Personal- und Haushaltspolitik die Polizei weiter herunterwirtschaftet."