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Schäubles Rat zur Fußball WM 2006:

„Bleib’ friedlich oder bleib’ zu Hause“

WM-OK-Chef Franz Beckenbauer und Bundesinnenminsiter Dr. Wolfgang Schäuble präsentieren den 7. Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Vorbereitung auf die FIFA-Fußballweltmeisterschaft.
Berlin.

„Bleib' friedlich oder bleib' zu Hause“, lautete der gut gemeinte Rat von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble an alle Raufbolde für die bevorstehenden vier Weltmeisterschaftswochen in Deutschland. Denn der Bundesinnenminister ist sich sicher: „Die WM ist sicher!“

Das versicherte er jedenfalls bei der Vorstellung des am Mittwoch vom Kabinett verabschiedeten 7. Fortschrittsberichts der Bundesregierung zur Vorbereitung auf die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Beisein des OK-Präsidenten Franz Beckenbauer und des WM-Koordinators der Bundesregierung Jürgen Rollmann.

 

Staunend („Ich hätte Ihnen noch eine Stunde zuhören können.“) verfolgte Franz Beckenbauer das Debüt Schäubles als Weltmeisterschaftswerber. Vor der internationalen Presse in Berlin pries der Bundesinnenminister die Vorbereitungen, die Standortvorteile, die Sicherheitsvorkehrungen und die Bevölkerung als Gastgeber der Welt mit Elan und begeisterter Vorfreude. Selbst die Hinterlassenschaften der WM („eines der erfreulicheren Elemente unserer Welt“) werden nach seinen Worten „eine unglaubliche Bereicherung“ sein, womit er in erster Linie die Stadien und die Verkehrswege meinte.
(v. l.) Jürgen Rollmann, WM-Koordinator im Bundesinnenministerium (BMI), WM-OK-Chef Franz Beckenbauer, Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und Christian Sachs, für den Sport zuständiger BMI-Pressesprecher.
 
Sein Appell an potentielle Krawallmacher hatte einen drohenden Unterton: die Polizei sei bestens vorbereitet und das nicht nur an den Stadien, sondern auch auf das Geschehen rund um das Public Viewing.
 


WM-OK-Chef Franz Beckenbauer und Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble mit dem WM-Sicherheitsbericht der Bundesregierung.
Derweil beschäftigt sich der OK-Präsident schon mit einer nachdenklichen Rückschau auf neun Jahre, die er in Sachen „WM 2006“ rund um die Welt unterwegs war. Er erinnerte sich an das 1200 Seiten starke Pflichtenheft, das für die FIFA zusammengeschrieben werden musste, daran, dass der damalige Finanzminister, der die Steuerbefreiung für die FIFA erteilte, Oscar Lafontaine hieß und dass Freundlichkeitskampagnen im Gegensatz zu Deutschland in Japan und Korea nicht nötig waren, weil „..da sinds halt scho von Haus aus freundlich.“ Sportllich fair würdigte er auch den Einsatz ehemaliger Spitzenpolitiker für die WM, vor allem
 
Fußballer a. D. Gerhard Schröder und Joschka Fischer, der als Außenminister alle deutschen Botschaften in der Welt angewiesen hatte, das Beckenbauer-Team auf der globalen Werbetour freundlich und zuvorkommend zu behandeln.

Den wohl schwersten Tribut an PR-Kampagnen rund um die WM zollte der OK-Präsident dem gemeinsamen Appell von FIFA, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Drogenbeauftragen der Bundesregierung, der da lautet: „Bei der WM gilt: ‚No Smoking, Please“. Beckenbauer: „Ich habe heute am Weltnichtrauchertag sogar meine Zigarre zu hause gelassen.“

Nicht qualifiziert, aber trotzdem dabei sind die Karibik-Fußballer aus Anguilla. Die Kommune Bad Neustadt an der Saale hatte die Nr. 197 der FIFA-Rangliste nach Deutschland eingeladen. Nun kickt die Nationalmannschaft der östlich von Puerto Rico gelegen Insel in Freundschaftsspielen u. a. gegen die Deutsche Eisenbahner-Elf und gegen das Team des FC Spandau 06.
 
 Bilder links und rechts:

Die Bundesregierung fand die Idee der Bad Neustädter sehr gelungen und lud die Nationalmannschaft Anguillas nach dem Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" zur Pressekonferenz nach Berlin ein.
 Fotos (4): Rüdiger Holecek
 
Der Abschlussbericht zur Sicherheit bei der Fußball-WM, wurde von dem im Innenministerium angesiedelten Stab WM 2006 in Kooperation mit allen Ministerien, Bundeskanzleramt, Bundespresseamt und weiteren Partnern der Regierung erstellt. Enthalten sind auch Beiträge des WM-Organisationskomitees, der DFB-Kulturstiftung und der vom Bundesfamilienministerium finanzierten Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS).

Eine Zusammenfassung gibt es unter folgendem Link: www.fifawm2006.deutschland.de