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OECD: Deutsches Rentensystem fördert Altersarmut

Eine aktuelle Studie der OECD offenbart, dass ältere Menschen in Deutschland schlechter gegen Altersarmut geschützt sind, als in anderen Ländern. Und künftig werden Rentner wohl noch weniger Geld zur Verfügung haben. Viele Länder sorgen bei der Rente für Transfers von Wohlhabenden zu sozial Schwachen. Nicht so Deutschland: Hier bleibt arm, wer arm ist. Doch auch der Mittelschicht droht im Alter ein böses Erwachen.

Rentner haben in Deutschland ein deutlich höheres Armutsrisiko als in anderen EU-Ländern. Fast jeder zehnte Rentnerhaushalt liegt in Deutschland bei weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens. Außerdem können arme Rentner hierzulande schlechter privat vorsorgen als jene in anderen Industrieländern.
Die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat die staatlichen Rentensysteme von 34 Industrieländern untersucht und die Ergebnisse am Dienstag in Berlin in einem internationalen Vergleich vorgestellt. Deutschland, sonst in vielen sozialen Bereichen Vorbild, befindet sich in diesem Vergleich nur im Mittelfeld. Dass bedeutet, dass andere Länder bessere Regelungen gefunden haben, um die Menschen im Alter zu versorgen. Monika Queisser, Rentenexpertin der OECD weiß auch, was der größte Nachteil des deutschen Rentensystems ist. "Die hundertprozentige Orientierung am Verdienst kennt kaum Umverteilung für sozial Schwächere. Das haben die Schweiz, Neuseeland und die Niederlande für Menschen mit geringer bezahlten Jobs und gesundheitlich Benachteiligte besser geregelt."
Mehr unter:
http://www.dw.com/de/deutsches-rentensystem-f%C3%B6rdert-altersarmut/a-18887810
http://www.welt.de/wirtschaft/article149504395/Deutschland-laesst-seine-Armen-bei-der-Rente-im-Stich.html
http://www.dgb.de/themen/++co++b7930954-98eb-11e5-bd17-52540023ef1a