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GdP: Erschreckende Bilanz seit 2002

Eine Million Einsatzstunden mehr für die Polizei bei Fußballspielen

Berlin.

Die Belastung der Polizei bei Fußballspielen der ersten und zweiten Bundesliga hat nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im vergangenen Jahrzehnt massiv zugenommen. GdP-Vorsitzender Oliver Malchow: „Die Zahl der Einsatzstunden ist von rund 900.000 in der Saison 2002/03 auf mehr als 1,9 Millionen in der vergangenen Saison 2013/14 gestiegen. Im gleichen Zeitraum wurden rund 10.000 Stellen abgebaut. Die Polizei schafft das nur, wenn sie andere Aufgaben vernachlässigt."

Die gerade bekannt gewordenen Fakten rund um das Fußballgeschehen seien erschreckend. Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender und zuständig für länderübergreifende Polizeieinsätze: „ Die neuen Zahlen bestätigen die Forderungen der GdP, gegen Sport-Gewalttäter konsequent vorzugehen und nach Möglichkeit, zeitnah wirksame Strafen gegen identifizierte Straftäter auszusprechen.“

Allein die drastischen Steigerungsraten bei Körperverletzungsdelikten (911 in 02/03 auf 2.018), Landfriedensbruch (217 auf 460) und Sachbeschädigung (352 auf 624), wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) für die Saison 2013/14 hervorgeht, zeigten, so Radek, das hohe Gewaltpotenzial einer kleinen Gruppe sogenannter Fußballfans. GdP-Vorsitzender Malchow: „Leidtragende dieser Gewaltbereitschaft sind meine Kolleginnen und Kollegen. Die Zahl der bei Fußballspielen verletzten Einsatzkräfte hat sich in über zehn Jahren versiebenfacht.“

Die Rädelsführer und Intensivtäter der Fußballgewalt, so Malchow, seien der Polizei überwiegend bekannt. Daher fordere die GdP eine in den Polizeigesetzen der Länder harmonisierte Standardmaßnahme sogenannter Meldeauflagen gegenüber Fußballchaoten. „So kann es gelingen, diejenigen Personen, die über einen längeren Zeitraum immer wieder mit Straftaten rund um das Fußballgeschehen aufgefallen sind und von denen daher, je nach Lageeinschätzung, eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht, vom Fußball fern zu halten“, sagte der GdP-Vorsitzende am Montag in Berlin.