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5. Arbeitsschutzsymposium der Gewerkschaft der Polizei (GdP):

Folgen zunehmender psychischer Belastungen können Arbeitsfähigkeit der Polizei massiv zusetzen

Potsdam/Berlin.

Folgen zunehmender psychischer Belastungen können der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zufolge der Arbeitsfähigkeit der Polizei massiv zusetzen. Sehr schnell sollten die zahlreichen Facetten von auf die Psyche der Polizeibeamtinnen und -beamten wirkenden Einflüsse ermittelt und darauf abgestimmte Maßnahmen eingeleitet werden, lautet die dringende Forderung von rund 100 Gewerkschaftern, Personalräten, Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten nach einem zweitägigen Arbeitsschutzsymposium der Gewerkschaft der Polizei in Potsdam.

Bildergalerie: Impressionen des 5. Arbeitsschutzsymposiums im März 2015 in Potsdam



Vorstellung der Arbeitsgruppenergebnisse im Plenum.


„Es fehlt in der Polizei eine verlässliche Datenbasis, auf deren Grundlage der Gesundheitszustand der Beschäftigten realistisch abgebildet werden kann. Das gilt vor allem für den Bereich psychischer Störungen oder Erkrankungen. Ein Risswunde am Finger nach einer Widerstandshandlung hinterlässt nur eine Narbe, was ist jedoch mit den täglich auf unsere Kolleginnen und Kollegen wirkenden Eindrücke und Erlebnisse?“, sagte der für Arbeitsschutz im Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand zuständige stellvertretende Bundesvorsitzende, Dietmar Schilff, am Donnerstag.

Es reiche allerdings bei weitem nicht aus, nur nach draußen auf den Streifenalltag, den Fußballeinsatz oder die Mordermittlung zu schauen. Auch das, was hinter den Kulissen, in den Wachen und Büros die Arbeit ausmache wie Inhalte, Organisation, Umgebung, sowie soziale Beziehungen, Führung oder neue Arbeitsformen, seien für eine ganzheitliche Bewertung potenzieller Gesundheitsgefahren von enormer Bedeutung, betonte der GdP-Vize. Schilff: „Wir dürfen die Gefahr, im und am Beruf psychisch zu erkranken, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Polizei hinkt bei der Prävention der freien Wirtschaft deutlich hinterher.“

Nach intensiven Beratungen in mehreren Arbeitskreisen sprachen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des insgesamt 5. GdP-Arbeitsschutzsymposiums für ein funktionales Präventionsinstrumentarium gegen psychische Erkrankungen, eine umfassende geschlechterspezifische Betrachtung der Belastungen des Polizeidienstes sowie ein strategisches Gesundheitsmanagement für die Polizei aus. Zudem solle der polizeimedizinische Dienst personell wie strukturell gestärkt werden.

Empfehlungen der Arbeitsgruppen (pdf-Ausriss):




Individuelle Einschätzungen in den Arbeitsgruppen: Was belastet "mich" im Polizeidienst? ...



... Kontroverse Debatten waren erwünscht.



Polizeidienst: Was empfinden vor allem Frauen als psychische Belastungen? ...



...und was Männer?



Bernd Becker, stellvertretender GdP-Landesbezirksvorsitzender in Rheinland-Pfalz, erläuterte die breite Palette von Gesundheitsförderung bis Gesundheitsmanagement.



Positionsaustausch: "Das liegt doch auf der Hand, oder?" Fotos (7): GdP/Hagen Immel