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GdP nennt Friedensvertrag zwischen Bandidos und Hells Angels „Blendwerk“

Berlin.

Als „Blendwerk mit dem sie ihre Gewalttätigkeiten und kriminellen Machenschaften tarnen wollen“, hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) den „Friedensvertrag“ bezeichnet, den Bandidos und Hells Angels am Mittwochnachmittag in einer Hannoveraner Anwaltskanzlei unterzeichnen wollen.

GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: „Es ist der Polizei völlig egal, welche Verträge diese Rockerbanden gegenseitig abschließen. Auch für Hells Angels und Bandidos ist nur ein Vertrag gültig, nämlich unser Gesellschaftsvertrag, nachdem das Gewaltmonopol bei Staat und Polizei liegt und Straftaten unnachgiebig verfolgt sowie geahndet werden.“

Offenbar, so Freiberg, hätten die Banden begriffen, dass zu viele negative Schlagzeilen über Konkurrenzkämpfe in der Öffentlichkeit ihren illegalen Geschäften schaden. Freiberg: „Dieser Mummenschanz in Hannover bedeutet überhaupt nicht, dass diese Banden jetzt gesetzestreu werden. Der sogenannte Friedensvertrag soll nur die Öffentlichkeit beruhigen und den Fahndungsdruck verringern.“

Freiberg regte an, dass die Innenministerkonferenz in dieser Woche in Hamburg nicht nur weitere Möglichkeiten zum Verbot einzelner Untergliederungen der Rockerbanden erörtert, sondern die Ermittlungen verstärkt um den Nachweis der kriminellen Vereinigung bei beiden Banden zu erbringen. Würden Bandidos und Hells Angels als kriminelle Vereinigungen bewertet, wäre allein die Mitgliedschaft in der jeweiligen Rockerbande strafbar und die Polizei hätte mehr Möglichkeiten zur Bekämpfung der von den Rockergruppen ausgehenden Organisierten Kriminalität. Freiberg: “Dafür brauchen wir ausreichend Personal und einen langen Atem. Durch politische Rhetorik allein lassen sich die Rocker nicht erschrecken.“