Zum Inhalt wechseln

GdP BW: Blitzmarathon nur eine Showeinlage – Ein Tag danach

Stuttgart.

Der bundesweite „Blitzmarathon“ von gestern bewirkt nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) keine grundlegende Verhaltensänderung bei Autofahrern. „Wer sowieso meist schneller fährt als erlaubt, wird das danach auch weiterhin tun. Dies kann man heute schon wieder feststellen.

Verkehrssünder müssen direkt nach ihrer Regelverletzung von der Polizei an-gesprochen werden. Erst das bringt neben dem obligatorischen Knöllchen einen anhaltenden verkehrserzieherischen Effekt“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Rüdiger Seidenspinner. Angesichts der ausgedünnten polizeilichen Verkehrsüberwachung könne dies jedoch nicht geleistet werden, stellt Seidenspinner ein.
Der GdP-Landesvorsitzende weiter: "Aktionen wie der Blitzmarathon versprechen zwar eine große öffentliche Aufmerksamkeit, unterschlagen wird aber, an welchen Stellen die zusammengeholten Polizistinnen und Polizisten ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigen mussten.“

Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete der GdP-Landesvorsitzende den Pilot-Versuch Niedersachsens, noch in diesem Herbst Geschwindigkeitsüberprüfungen im Straßenverkehr mit der sogenannten Section Control durchzuführen. Als Teststrecke wurde die zweispurige Bundesstraße 6 südlich von Hannover zwischen Gleidingen und Laatzen ausgewählt. Der Streckenabschnitt ist 2,1 Kilometer lang, dort gilt Tempo 100. Etwa 15.500 Fahrzeuge rollen an Werktagen über diese Straße.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Geschwindigkeitsüberwachung an einem be-stimmten Punkt wird die Geschwindigkeit auf längeren Straßenabschnitten gemessen. Für jedes Fahrzeug wird die Durchfahrtzeit ermittelt, aus der sich die Durchschnittsgeschwindigkeit im Messabschnitt errechnen lässt.

Die volle präventive Wirkung entfalte aber auch eine solche Maßnahme erst mit der zeitnahen Belehrung durch einen Polizeibeamten, sagte Seidenspinner.