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Peinliche Panne: Nur wer Fehler zu gibt zeigt Größe und kann daraus lernen

GdP-Baden-Württemberg: Bei DNA-Panne schonungslose Aufklärung gefordert

Eberdingen.

„Die Debatten um die Panne im Zusammenhang mit dem Mord an unserer Kollegin vor fast zwei Jahren in Heilbronn nehmen immer groteskere Züge an“, erklärte der GdP-Landesvorsitzende Josef Schneider heute in Stuttgart. „Dabei geht es schon lange um viel mehr, als um offenkundig zur Sicherung von DNA-Spuren 'ungeeignete' Wattestäbchen. Es geht auch nicht nur darum, wer für den Fehler mit den Wattestäbchen die Verantwortung trägt. Wir unterstützen da auch alle Initiativen, die die Verantwortlichkeit der Lieferfirma kritisch hinterfragen.

Deshalb erwartet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) jetzt die Aufklärung aller offenen Fragen. Ausdrücklich begrüßen wir die Absicht des Innenministers, dazu 'externen' Sachverstand einzubeziehen. Eigene Fehler zuzugeben, scheint nicht die Stärke der an den Pannen beteiligten Stellen und Personen zu sein.

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich unser Innenminister zunächst vor die Polizei gestellt hat. Das haben sicher alle Kolleginnen und Kollegen so von ihm erwartet und auch verdient. Unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort müssen sich darauf verlassen können, dass die ihnen zur Spurensicherung zugeteilten Materialien die erforderlichen Qualitätsansprüche erfüllen. Wir erwarten aber in gleichem Maße, die angekündigte Aufarbeitung“, so der GdP-Chef.

Für die GdP waren von Anfang an viele Fragen offen. Aber schon der kleinste Versuch, Kritik zu äußern wurde immer wieder 'abgebügelt'. Der Fall und seine Abläufe zeigen deutliches Veränderungspotenzial. Sie zeigen unseres Erachtens auch deutliche Fehler in der Bewältigung des 'Schadensfalles'.

Dieser Fall muss aber auch zum Anlass genommen werden, den 'inneren Zustand' der Polizei kritisch zu analysieren. Kritik in den Dienststellen muss zugelassen werden. Zu hinterfragen ist auch, ob nicht doch auch fiskalische Überlegungen dazu geführt haben, dass nicht das beste Material zur Spurensicherung eingekauft wurde?

Schneider: „Jetzt stellt sich heraus, dass man die Ermittlungen zu lange auf die DNA-Funde konzentriert hat, obwohl es frühzeitig Anhaltspunkte dafür gab, dass mit den an den unterschiedlichsten Orten gesicherten DNA-Spur irgend etwas nicht in Ordnung sein kann. Die Taten und Tatorte passten einfach nicht zueinander. Spätestens nach den öffentlich im ZDF geäußerten Vermutungen von Herrn Prof. Brinkmann wäre eine 'Änderung des Blickwinkels' sicher notwendig gewesen.“