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GdP-Baden-Württemberg: DFB sucht Dialog mit GdP

Eberdingen.

Aufgrund der Ausschreitungen beim Fußballregionalspiel des SV Waldhof Mannheim gegen den 1. FC Kaiserslautern hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die gewaltbereiten „Fans“ der beiden Vereine scharf kritisiert. Auch die Zweckentfremdung eines so genannten „Bastelraumes“, im Mannheimer Carl-Benz-Stadion, der von den Mannheimer Ultras benutzt wird, nahm die GdP als Anlass zur Kritik.

„Wir lassen bei diesem Thema nicht locker. Das sind wir unseren Polizistinnen und Polizisten schuldig!“, so der Mannheimer GdP-Vorsitzende Thomas Mohr. Gerade aus diesem Grund erklärte die Gewerkschaft der Polizei die Problematik intern zur Chefsache auf Landes- und Bundesebene.

In einem Brief schrieb der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Rüdiger Seidenspinner wie auch auf Bundesebene der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg den DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger an.

Nun kam gleich zweimal Post aus Frankfurt (Sitz des DFB): Der Sicherheitsbeauftragte des DFB, Helmut Spahn schrieb (auszugsweise):

„Wir haben selbstverständlich den Einsatz in Mannheim mit allen Beteiligten intensiv nachbereitet. Insbesondere haben sehr konstruktive Gespräche mit dem Polizeiprä-sidium Mannheim stattgefunden, die sehr lösungsorientiert waren!“

Bezüglich der Bastelräume erklärte Spahn:

„Sollten wir feststellen, dass die Räume "missbraucht" werden, werden wir, wie bei allen anderen sicherheitsrelevanten Vorkommnissen, selbstverständlich unverzüglich mit dem jeweiligen Verein in Kontakt treten, um geeignete Maßnahmen zu veranlassen.

„Wir sind sehr froh darüber, dass der DFB sich nicht mehr der Problematik verschließt!“, so GdP-Landeschef Rüdiger Seidenspinner.

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger will den Dialog mit der GdP und schreibt dem GdP-Bundesvorsitzenden Konrad Freiberg:

„Ich verstehe die Sorge, die aus Ihren Zeilen spricht, spüre aber auch, dass Sie an einem konstruktiven Dialog interessiert sind und bleiben. Das Gewaltpotential, mit dem wir es gerade auch gegenwärtig zu tun haben, entsteht nicht nur im Fußball, sondern gerade auch in vielfältigen anderen Lebensbereichen!“, schreibt der DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.

„Ich kann und will nicht zulassen, dass durch einzelne zugegebenermaßen schlimme Auswüchse der Fußballsport insgesamt in Verruf gebracht werden soll. Ich denke aber, dass wir in dieser differenzierten Betrachtungsweise uns durchaus einig sind….

…. Deshalb wünsche ich mir eine Wiederholung unserer Begegnung möglichst bald. Ich habe unseren Generalsekretär, Herrn Wolfgang Niersbach, und den zuständigen Hauptabteilungsleiter, Herrn Helmut Spahn, gebeten, um die Vorbereitung eines solchen Termins bemüht zu sein und bin nach Ihrem oben genannten Schreiben sicher, dass Sie dies ähnlich sehen.“

Die GdP ist mit der Entwicklung zufrieden und auch froh, dass der DFB nun ein gesteigertes Interesse daran hat nun gemeinsam gegen gewaltbereite Fußballfans vorzugehen.

„Da müssen alle an einem Strang ziehen“, so Seidenspinner. Die GdP fordert jedoch mehr Eigeninitiative von den Vereinen und gerade am Beispiel des SV Waldhof Mannheim wird deutlich, dass sich durch zu wenig Eigeninitiative das Problem verselbständigt.

„Ich denke das wir es nicht zulassen sollten, dass durch gewaltbereite Fußballfans der Ruf eines Traditionsvereins aber auch der Ruf einer Stadt Schaden nimmt!“ , so der Mannheimer GdP-Chef Thomas Mohr.