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Sindelfingen, 24. Juni 2009

GdP-Baden-Württemberg: Fachtagung zu "Sport und Gewalt"

Eberdingen:.

Für viele ist Fußball die schönste Nebensache der Welt. Tatsächlich gehen an jedem Wochenende Hunderttausende ihrem Hobby nach, sei es als aktive Sportler oder als Zuschauer. Aber um diese Fußballfreunde oder –Fans geht es bei unserer diesjährigen Tagung für Verbrechensbekämpfung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Sindelfingen nicht. Vielmehr geht es um die „Sogenannten Fans“, die nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) noch nie Fußballfans im herkömmlichen Sinn gewesen sind und deren Lebensinhalt „Randale“ ist, so der Landesvorsitzender Rüdiger Seidenspinner.

Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist klar, dass
  • wer Flaschen, Steine oder andere Dinge auf Menschen wirft – eine Straftat begeht!
  • Wer andere körperlich verletzt – mit oder ohne Hilfsmittel – eine Straftat begeht!
  • Wer andere Menschen beleidigt – egal wie – eine Straftat begeht !

Es kann aber nicht nur Aufgabe der Polizei sein, dieses Klientel Samstag für Samstag in den Griff zu bekommen, so der GdP-Landesvorsitzende.

Die doch etwas platte Aussage oder Feststellung, - die Vereine geben Unsummen für Spielertransfers aus, also sollen sie die Polizeieinsätze auch bezahlen-, ist für den GdP-Landesvorsitzenden Rüdiger Seidenspinner etwas kurzsichtig und dient eher dazu, die Lufthoheit an den Stammtischen zu behalten.

Die Tagung für Verbrechensbekämpfung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) möchte die verschiedenen Facetten des Themenkomplexes „Sport und Gewalt“ beleuchten.
  • „Wer trägt die Verantwortung für die sogenannte „Dritte Halbzeit“?
  • Müssen hier nicht alle Beteiligten an einen Tisch? Sind diese Ultras, Hooligans oder Hooltras auch extremen politischen Gruppierungen zuzuordnen oder bestehen da zumindest gefährliche Verbindungen?
  • Was mutet man den eingesetzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten Samstag für Samstag eigentlich mit solchen Einsätzen zu?

Weitere grundsätzliche Fragen stellen sich bei unserer Betrachtung des Themas „Sport und Gewalt“.

Wäre vielleicht ein generelles Alkoholverbot in und um die Stadien, sowie auf den Anmarschrouten sinnvoll? Das was unsere Kolleginnen und Kollegen immer wieder erleben müssen, zeigt deutlich, wie enthemmt und ohne jede Kontrolle die Hooltras auftreten, so Seidenspinner. Jedem, der solche Szenen und Exzesse schon mal live erlebt hat ist klar, dass der Alkohol eine sehr große, wenn nicht sogar die Rolle spielt.

Stimmt unsere Schutzausrüstung (passiver, wie aktiver Art) noch oder überwiegen finanzielle Aspekte, die dagegen sprechen?
Können wir bei der Vielzahl der Einsätze – auch solcher, die nicht geplant werden können – wirklich ernsthaft davon ausgehen, dass alle Kolleginnen und Kollegen der Polizei im operativen Dienst dann auch den notwendigen, eigenen und passenden Schutzhelm haben?

Ist ein Stadionverbot wirksam? Eine weitere Frage der wir in unserer Tagung für Verbrechensbekämpfung auf den Grund gehen möchten.

Sicher ist, dass die Bewältigung der genannten Probleme nicht allein der Polizei überlassen werden kann bzw. darf, es müssen alle Beteiligten und Verantwortlichen zusammenarbeiten, damit nicht einige wenige Randalierer die Fußballbegeisterten und richtigen Fans in Misskredit bringen.

Unsere eingesetzten Kolleginnen und Kollegen haben die mit solchen Einsätzen verbundenen Beleidigungen und Körperverletzungen, sowie die psychischen Belastungen, denen sie ausgesetzt werden, nicht verdient. Nach unserer Überzeugung muss das der Mensch „ Polizist“ auch nicht ständig ertragen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wird auch diesmal Ihren Beitrag zu einer gesellschaftlichen, verantwortungsvollen und – bewussten Diskussion leisten!