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GdP-Bayern: Bayerische Polizisten am Hindukusch

München.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern begrüßt grundsätzlich die Entsendung der ersten sechs bayerischen Polizisten nach Afghanistan. Damit erfüllt Bayern endlich seine Verpflichtungen, sich an der Auslandsmission zu beteiligen. „Die meisten Bundesländer sind dieser Verpflichtung schon lange nachgekommen“, so GdP-Landesvorsitzender Harald Schneider. Bereits seit 2002 leisten deutsche Polizisten im Rahmen eines bilateralen Abkommens Aufbauarbeit für die afghanische Polizei und haben sich dabei großes Ansehen erworben. Seit Juni 2007 hat auch die Europäische Union ein Abkommen und unterstützt die Polizeimission.

Zurzeit verrichten 140 deutsche Polizeibeamtinnen und Beamte freiwillig Dienst in Afghanistan, davon in etwa die Hälfte Angehörige der Bundespolizei. Bereits im Mai letzten Jahres wurde eine Verdoppelung des deutschen Kontingents beschlossen, das aus 60 Beamten bestand. „Ich bin überrascht wie viele bayerische Kollegen sich freiwillig für den Einsatz in Afghanistan gemeldet haben,“ so Landesvorsitzender Harald Schneider. Über 100 Kolleginnen und Kollegen wollen dort Aufbauhilfe leisten. Die GdP geht davon aus, dass Innenminister Herrmann in allernächster Zeit ein zweites Kontingent aus Bayern entsenden wird.

Bei aller Euphorie darf dabei aber nicht verkannt werden, dass die Einsatzkräfte der Polizei in lebensgefährliche Situationen geraten können. Bei einem Bombenattentat 2007 kamen drei deutsche Polizisten in der Nähe von Kabul ums Leben. Für die GdP hat die Sicherheit der Polizistinnen und Polizisten oberste Priorität.
All das berechtigte Engagement und Interesse für die Auslandsmission in Afghanistan und anderen Ländern darf aber nicht den Blick nach Innen verstellen. Die Einsatzbereitschaft und die innere Sicherheit in Bayern darf aufgrund der Auslandsverwendung auf keinen Fall ins Hintertreffen geraten.