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Schneider fordert mehr Geld für Fan-Projekte

GdP-Bayern: Innenminister Herrmann vergießt Krokodilstränen

München.

Der Vorfall im Bahnhof Würzburg, bei dem drei Bundespolizisten verletzt wurden, nimmt der Vorsitzende der Gewerskchaft der Polizei (GdP) in Bayern und Sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Harald Schneider, zum Anlass, mehr Mittel für Fanprojekte zu fordern. «Es nützt nichts, wenn Innenminister Joachim Herrmann allein nach harten Strafen ruft, aber die Betreuung der Fans in Bayern vernachlässigt wird», so Harald Schneider. Um eine verbesserte Sicherheit auf Bayerns Sportplätzen und Stadien zu schaffen, fordert Harald Schneider eine Umschichtung von Haushaltsmitteln. Hierzu liegt bereits ein Antrag der SPD an die bayerische Staatsregierung vor. Ziel ist es, dass die Fanprojekte der Vereine finanziell besser ausgestattet werden. «Nur durch eine bessere finanzielle Unterstützung könne gewaltbereiten Fans umfassend und präventiv begegnet werden», so die Gewerkschaft der Polizei.

Besonders im Fußball und hier vor allem auf regionaler Ebene, steigt das Gewaltpotential enorm. Die Zuschüsse für Fanprojekte in Bayern sind im Staatshaushalt seit Mitte der 90er Jahre hingegen nicht mehr fortgeschrieben worden. Mit dem Schwerpunkt der Prävention gegen Gewalt, Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung leisten die Fanprojekte integrative Arbeit zwischen Fußballfans, wie sie unterschiedlicher oft nicht sein können. Dabei beziehen die Fanprojekte die jugendliche Lebenswelt im Stadtteil, der Schule und in der Familie in ihre pädagogische Arbeit mit ein. Die Betreuung von Auswärtsfahrten durch die Fanbetreuer stellt einen weiteren wichtigen Arbeitsschwerpunkt der Fanprojekte dar. Bei der Polizei selbst sind in Bayern zu wenig Szenenkundige Beamte (SKB) eingesetzt, die die Fans auf ihren Fahrten zu den Spielen begleiten.

Die Fanprojekte sollen seit 1993 zu je einem Drittel von den Kommunen, dem DFB/DFL und eben den Ländern finanziert werden. Bisher sieht sich die Bayerische Staatsregierung jedoch nicht in der Lage, ihren finanziellen Anteil für diese Fanprojektarbeit in voller Höhe zu erbringen bzw. die Finanzausstattung der bayerischen Fanprojekte zu erhöhen. Die DFL und der DFB haben in Abstimmung mit der DFL am 27. Juni 2008 die maximale Fördersumme für Fanprojekte auf je 60.000 Euro angehoben, können aber die Summe nicht auszahlen, weil die Zahlung weiter an die mit Land und Kommune gemeinsam vereinbarte Drittelfinanzierung geknüpft ist.

Durch die fehlende Erhöhung des Zuschussbetrages des Landes Bayern entgingen nach Angaben des Bayerischen Fußball-Verbandes zum Beispiel dem Fanprojekt München bezogen auf den Lizenzfußballbereich pro Saison ein Geldbetrag von bis zu 29.807,40 Euro, dem Fanprojekt Augsburg 31.200 Euro und dem Fanprojekt Nürnberg 31.466,50 Euro. Wie wichtig die Fanprojekte sind, zeige sich immer häufiger.

Schneider führt an, dass es dieses Jahr insbesondere in niedrigklassigen Spielen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Die erste und zweite Liga sind nicht das Hauptproblem der Polizei.

Bereits seit August 2008 bittet der Bayerische Fußball-Verband die Bayerische Staatsregierung darum, den Zuschussbetrag für die Fanprojekte zu erhöhen, bisher jedoch unter Verweis auf fehlende Mittel ohne Erfolg. Im Doppelhaushalt 2009/2010 ist eine Mittelerhöhung für die Fanprojekte wieder nicht erfolgt. Die aktuelle Situation führt unter anderem dazu, dass das Fanprojekt München seine Einsätze bei Auswärtsfahrten beschränken muss und auch bei neuen Aufgaben wie der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund Abstriche unumgänglich sind. Schneider betont, dass mit einer Anpassung und Erhöhung der Mittel in Zukunft endlich eine zeitgemäße, bessere und gemeinsame Fanprojekt- und Präventionsarbeit gewährleistet werden könnte.