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GdP-Bayern: Mord in Solln - politische Forderungen weisen in die falsche Richtung

München.

„Nichts aber auch gar nichts hat die Politik aus den Vorfällen in den U- und S-Bahnen in der Vergangenheit gelernt“, so der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern, Harald Schneider. Um von der eigenen Untätigkeit in der Vergangenheit abzulenken ist es sicherlich am Einfachsten, reflexartig nach schärferen Strafen zu rufen, anstatt zu handeln. Erfahrungen aus Ländern mit härteren Strafrahmen belegen eindeutig, dass eine Strafverschärfung kein Erfolg bringt.

Dabei ist es leider absehbar, wann der nächste Mensch zu Schaden kommen wird – egal ob in Hamburg, Frankfurt oder München. Harald Schneider fordert stattdessen eine ganze Reihe von dringend notwendigen sozialpolitischen Maßnahmen:
  • Familien stärken und Perspektiven für Kinder und Jugendliche schaffen
  • Präventionsarbeit in den Schulen stärken (Einstellung von mehr Sozialarbeitern)
  • Verbesserungen der Betreuung von auffällig gewordenen Jugendlichen in ihren Familien und in der Schule
  • Ein neue Wertevermittlung in der Gesellschaft
Erst in zweiter Linie ist dann über mehr Überwachung durch Sicherheitsdienste und Kameras an allen Ecken und Enden nachzudenken. Bedingt durch falsche Personalpolitik der letzten Jahre hat Bayerns Polizei in den nächsten Jahren gar nicht die personellen Kapazitäten, um mehr Sicherheit zu garantieren. Im Gegenteil – die Personaldecke wird immer dünner.

Die Polizei ist nicht mit noch so vielen Polizisten oder flächendeckend eingesetzten Überwachungskameras in der Lage, an jedem Bahnhof der Republik dieses gesellschaftliche Problem zu lösen. Hier gilt nach Meinung von Harald Schneider tatsächlich die bekannte Losung: „Eine gute Sozialpolitik ist immer noch die beste Kriminalpolitik.“