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GdP-Bayern: Bayerische Polizeibeamte fühlen sich "verheizt"

München.

Der neue Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Helmut Bahr widerspricht Landespolizeipräsident Waldemar Kindler, der in einem SZ-Interview meinte, dass die Polizei beim Einsatz in Gorleben nicht missbraucht wird. „Politeia“ wie vom Landespolizeipräsidenten zitiert, darf gerne Staatsgewalt bedeuten, nur stecken hinter allen Einsatzkräften auch Menschen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen fühlen sich verheizt“, so Bahr.

Jedes Wochenende sind bei Einsätzen um größere aber auch kleinere Geschehen die Beamten der Bereitschaftspolizei unterwegs. Ob es sich um Fußballeinsätze, den Schutz bei politischen Gipfeltreffen oder um Demonstrationseinsätze wie Stuttgart 21 oder den Castor-Transport handelt. Viele eingesetzte Kollegen/innen leisten mehrere Wochenenden hintereinander Dienst. „Wir müssen ständig unausgegorene politische Entscheidungen durchsetzen und sind dabei die Buhmänner“, so Helmut Bahr.

Die Belastung für die eingesetzten Beamten ist enorm, sowohl in psychischer wie physischer Hinsicht. Die Einsätze von geschlossenen Einheiten der Polizei haben zugenommen und das Demonstrationspotential steigt weiter an.

Unterdessen hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, heute die Bundestagsabgeordneten der Grünen aufgefordert, sich nicht in den Polizeieinsatz anlässlich des Castor-Transportes nach Gorleben einzumischen. Nach eigenem Bekunden wollen grüne Mandatsträger scharenweise nach Gorleben anreisen, um, wie sie angekündigt haben, zwischen Demonstranten und Polizei „zu vermitteln“. Witthaut: „Die Politiker sollen uns unsere Arbeit machen lassen und sich aus der polizeilichen Einsatztaktik heraushalten.“

Die GdP fordert grundsätzlich alle Demonstranten bei vergleichbaren Situationen im Interesse aller auf, keine Gewalt anzuwenden. Polizeibeamte und Polizeibeamtinnen haben eine persönliche Meinung zu verschiedenen Themen. Sie haben aber nach Recht und Gesetz ihre Arbeit zu erfüllen.

Was sie nicht verdient haben ist, sich für ihren Dienst bespucken oder schlagen lassen zum müssen, so GdP-Vorsitzender Bahr.