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Aufforderung an Senat: Landesbranddirektor endlich ausreichend Mittel und Personal zur Erfüllung der Aufgaben geben

GdP Berlin: Eintreffzeiten der Feuerwehr belegen Bedarf an Personal und Rettungswagen!

Berlin.

Die Zahlen zu den Eintreffzeiten der Berliner Feuerwehr, die aus einer Schriftlichen Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux hervorgehen, sind nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ein Trauerspiel. Danach wurde 2013 im innerstädtischen Bereich nur etwa jedes zweite Mal das Schutzziel „Hilfsfrist: Acht Minuten“ erreicht, in den Randbezirken sogar nur etwa jedes vierte Mal.

Dies bewertet die Gewerkschaft als fatale Entwicklung. GdP-Landesbezirksvorsitzende Kerstin Philipp am Freitag: „Die durchschnittliche Eintreffzeit liegt derzeit bei gut neun, statt der angepeilten acht Minuten. Nun gibt es Überlegungen, die Schutzziele anzupassen, doch eine Anpassung der Schutzziele kann nicht der richtige Weg sein. Denn das würde nur für die Statistik Entwarnung bedeuten. Für die Menschen hieße das im Zweifelsfall: Pech gehabt.“

Umgekehrt müsse die Politik an die Sache herangehen und der Feuerwehr mehr Personal und eine bessere Fahrzeugausstattung zur Verfügung stellen. „Dann können die Kolleginnen und Kollegen die Schutzziele auch einhalten. Nur mit reiner Willenskraft, die ihnen derzeit abgenötigt wird, ist das aber nicht zu schaffen!“

Allein im Zeitraum von 2009 bis 2013 sind die Rettungsdiensteinsätze um 55.526 Alarmierungen (von 248.957 auf 304.483) gestiegen. Dem steht ein Personalzuwachs im Einsatzdienst von 80 Personen gegenüber.

2009
2010
2011
2012
2013

Alarme Rettungsdienst
248.957
279.599
287.506
292.464
304.483

Alarmierungen gesamt
327.138
353.724
357.594
360.215
379.521

Einsatzdienst Personal
2.836
3.015
2.925
2.941
2.916

Besondere Bauchschmerzen bereite ihr der Gedanke, so Philipp, dass die Berlinerinnen und Berliner, die randständiger wohnen, doppelt so lange auf die Feuerwehr warten müssen als die Bewohner im innerstädtischen Bereich. „Hier muss dringend überlegt werden, wie diese Situation verbessert werden kann.“

Oliver Mertens, Mitglied im Geschäftsführenden Landesbezirksvorstand und zuständig für die Feuerwehr, ergänzt: „Bestes Beispiel dafür, dass wir neben mehr Personal auch eine bessere Fahrzeugausstattung brauchen ist Folgendes: Die Berliner Feuerwehr hat keine steigenden Zahlen bei Notarzteinsatzfahrzeugen. Das klingt erst einmal gut! Hört sich an, als ob die Berliner weniger Hilfe brauchen würden – das ist aber falsch! Was ist richtig? Die Zahlen steigen nicht, weil mehr nicht geht. Die Fahrzeuge fahren schlicht und ergreifend auf maximaler Belastung!“